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Frankfurt/Main - Das deutsche Unwort des Jahres 2010 heisst "alternativlos". Eine Jury unter Leitung des Germanisten Horst Dieter Schlosser kritisierte den Ausdruck am Dienstag in Frankfurt am Main als sachlich unangemessen.
"Das Wort suggeriert, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe", sagte Schlosser.
"Behauptungen dieser Art sind 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohen, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken." Das Wort habe zunächst Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Begründung der Griechenlandhilfe gebraucht.
Die unabhängige sechsköpfige Fachjury kritisierte auch das Wort "Integrationsverweigerer". Das von Innenminister Thomas de Maizière bekannt gemachte Wort verbreite die Unterstellung, viele Migranten wollten sich nicht integrieren.
Als Wort des Jahres 2010 hatte die Gesellschaft für Deutsche Sprache im Dezember "Wutbürger" bestimmt. Das Wort beziehungsweise Unwort des Jahres wurde zum 20. Mal gekürt. Im vergangenen Jahr hatte sich die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) für "betriebsratsverseucht" entschieden.
"Ausschaffung" Sieger in der SchweizDie zweifelhafte Ehre als Unwort des Jahres in der Schweiz war im Dezember der "FIFA-Ethikkommission" zuteil geworden. Die Jury hatte in ihrer Begründung geschrieben, es sei ein Widerspruch, wenn der Weltfussballverband seine hausgemachten Probleme mit einer hausgemachten Kommission lösen wolle.
Zum Schweizer Wort des Jahres war "Ausschaffung" gekürt worden. Damit hatte wie bereits 2009, als "Minarettverbot" Wort des Jahres war, eine Initiative der SVP den öffentlichen Diskurs bestimmt.
In Österreich wiederum hatte "Fremdschämen" bei der Wahl zum Wort des Jahres 2010 das Rennen gemacht. Zum Unwort des Jahres hatte die österreichische Jury "humane Abschiebung" gekürt.

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SDA-ATS