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Die Schweizer Wälder wurden durch den Sturm "Burglind" teilweise arg in Mitleidenschaft gezogen, wie dieses Waldstück bei Kestenholz SO zeigt. Landesweit wurden zehntausende Bäume umgeworfen oder geknickt.

KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ

(sda-ats)

Der Wintersturm "Burglind" hat zehntausende Bäume gefällt. Gemäss WaldSchweiz stehen gefährliche und aufwändige Räumungsarbeiten an. Wälder sollten in den nächsten Wochen gemieden werden.

Die Schweizer Wälder seien gemäss ersten Meldungen und Beobachtungen vielerorts stark heimgesucht worden, teilte WaldSchweiz am Freitag mit. Noch fehle ein detaillierter Gesamtüberblick der Schäden. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) werde in den nächsten Tagen in Zusammenarbeit mit den kantonalen Forstdiensten einen geografischen Überblick erstellen und das Ausmass der Schäden schätzen.

Gemäss ersten Erhebungen habe es vereinzelt grössere Windwürfe gegeben, aber nicht im Ausmass wie nach dem letzten grossen Sturm "Lothar" von 1999. Damals wurden ganze Hänge flachgelegt.

Hingegen seien sehr viele einzelne Bäume und Baumgruppen, besonders an exponierten Lagen und entlang von Waldrändern, Strassen und Bahngleisen umgeworfen worden, aber teilweise auch mitten in grösseren Wäldern. Fachleute sprechen in diesem Fall von sogenannten "Streuschäden".

600 Lastwagen Sturmholz im Zuger Wald

Im Zuger Wald beispielsweise hat der Sturm gemäss dem Revierförster eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Er schätzte die Menge des Sturmholzes auf etwa 120'000 Kubikmeter, was 600 Lastwagen voller Bäume entspricht. Oder der Luzerner Wald: Dort wurden 30 bis 50 Prozent der Holzmenge gefällt, die sonst im Durchschnitt in einem Jahr zur Nutzung geschlagen wird.

Die Windgeschwindigkeiten seien im Durchschnitt rund 30 bis 50 Kilometer pro Stunde (km/h) unter jenen von "Lothar" gelegen. Örtliche Böen hätten aber auch neue Rekordwerte erreicht.

Es könnten also durchaus noch grössere Windwurfschäden zum Vorschein kommen. WaldSchweiz-Direktor Markus Brunner rechnet grob geschätzt mit umgeworfenen Holzmengen "in der Grössenordnung von einigen hunderttausend Kubikmetern. Diese Menge könnten die Waldeigentümer bewältigen.

Kein Vergleich mit "Lothar"

Zum Vergleich: 2016 waren im Schweizer Wald knapp fünf Millionen Kubikmeter Holz geerntet worden. Nach "Lothar" waren 13 Millionen Kubikmeter Holz angefallen.

Nach Einschätzung von Brunner dürften die wichtigsten Waldfunktionen, insbesondere die Schutzwaldfunktion, durch die Streuschäden wohl im ersten Moment nur örtlich beeinträchtigt sein. Unbekannt seien aber die Auswirkungen typischer Folgeschäden von Stürmen wie etwa dem verstärkten Borkenkäferbefall.

Vorerst stünden aber aufwändige und gefährliche Aufräumarbeiten an. Denn die umgefallenen oder geknickten Bäume könnten in der Regel nicht einfach liegen gelassen werden. Aus Sicherheitsgründen müssten sie vielerorts rasch geräumt werden, besonders in Lawinenhängen und Bachgerinnen, entlang von Verkehrswegen oder in vielbegangenen Erholungswäldern.

Weiter gelte es, der massenhaften Ausbreitung von Borkenkäfern auf geschwächten und absterbenden Bäumen ab dem Frühjahr zuvorzukommen. Und vor allem sollte das anfallende Holz auch aus Nachhaltigkeitsgründen sinnvoll genutzt werden.

Vor dem Holzen Preis aushandeln

WaldSchweiz empfiehlt Waldbesitzern, Forstbetrieben, Forstunternehmern und Holztransporteure, mit ihren Holzkäufern die Verkaufskonditionen für Sturmholz auszuhandeln bevor geholzt werde. Es empfehle sich zudem, eine gründliche Qualitätsabschätzung vorzunehmen. Auch bei Sturmholz seien viele unbeschädigte, frische Stammstücke vorhanden.

Die nach der Schweizerischen Holzmarktkommissions-Sitzung von Mitte Oktober 2017 von WaldSchweiz publizierten Preis-Empfehlungen würden bis auf weiteres unverändert gelten. Rundholz, Energie- und Industrieholz seien gefragt. Überkapazitäten seien nicht in Sicht. Die Holzmarktkommission tagt Mitte Januar 2018 wieder und will die Lage dann neu beurteilen.

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