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Der junge Straftäter "Carlos", dessen teure Sonderbehandlung nach einem Bericht im Schweizer Fernsehen SRF Schlagzeilen machte, wird ins Massnahmenzentrum Uitikon (MZU) verlegt, wie der Verteidiger des jungen Mannes sowie die Oberjugendanwaltschaft Zürich mitteilten.

Ihren gemeinsamen Entscheid begründen Oberjugendanwaltschaft und Jugendanwaltschaft mit Sicherheitsüberlegungen: "Carlos" werde "zu seinem eigenen Schutz sowie zum Schutz Dritter" ins MZU verlegt. Der Übertritt in die geschlossene Abteilung erfolge "im Verlauf dieser Woche".

Im MZU erhält "Carlos" laut Oberjugendanwaltschaft eine therapeutische Behandlung. Die geschlossene Unterbringung werde regelmässig überprüft. Liessen sich positive Resultate erkennen, könne "Carlos" in eine offene Unterbringung wechseln.

Laut Anwalt wird "Carlos" die Verfügung "gerichtlich prüfen lassen". Es wäre möglich gewesen, das Sondersetting kostengünstiger und mit veränderter Tagesstruktur weiterzuführen. Dies wäre "für die Resozialisierung von 'Carlos' und die öffentliche Sicherheit mutmasslich weitaus zielführender gewesen, als eine Versetzung ins MZU", schreibt der Verteidiger.

Immer wieder straffällig

Der mittlerweile 18-Jährige war seit seiner Kindheit immer wieder mit den Behörden in Konflikt geraten. Die folgenschwerste Tat war eine Messerattacke auf einen anderen Jugendlichen, der schwer verletzt überlebte. In einer SRF-Reportage vom August 2013 schilderte der damals zuständige Jugendanwalt den speziellen Fall.

Im Laufe der Jahre wurde der Jugendliche erfolglos in verschiedensten Institutionen untergebracht. Erst eine 1-zu-1-Betreuung rund um die Uhr - ein so genanntes Sondersetting - zeitigte Verhaltensänderungen.

In der Öffentlichkeit stiess diese Massnahme allerdings auf Empörung: Auf Staatskosten wohnte "Carlos" mit einer Betreuerin in einer grosszügigen Wohnung und besuchte täglich ein Thai-Box-Training. Die Kosten pro Monat beliefen sich auf insgesamt gut 29'000 Franken.

Am 30. August wurde der junge Mann in Zürich auf offener Strasse festgenommen und vorübergehend ins Gefängnis Limmattal eingewiesen - zu seinem eigenen Schutz, wie es damals hiess. Dagegen reichte sein Anwalt beim Obergericht erfolglos Beschwerde ein.

Intensive Verhandlungen

Die Jugendanwaltschaft habe mit der bisherigen Platzierungsinstitution intensiv über eine etwas veränderte, kostengünstigere Weiterführung des Sondersettings verhandelt, schreibt der Anwalt.

Obwohl am Ende eine Offerte vorgelegen habe, welche die Anforderungen der Jugendanwaltschaft "bis ins Detail" erfüllt habe, sei eine Fortsetzung abgelehnt worden. Die Institution habe keine Garantie abgeben können, dass bei einer weiteren offenen Platzierung nichts schief gehen werde.

Im MZU werden aus verschiedenen Kantonen jugendliche Straftäter mit schwersten Delikten wie Tötung oder schweren Raubüberfällen untergebracht. Das erst vor kurzem umgebaute MZU erfüllt als erstes Zentrum schweizweit die neuen gesetzlichen Vorgaben im Massnahmenvollzug von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

SDA-ATS