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Die Opernpremiere "Carmen" von Georges Bizet an den Bregenzer Festspielen wurde trotz Regens umjubelt. Grossen Anteil daran hat das Bühnenbild - zwei riesige Hände und Spielkarten, die als Spiel- und Projektionsflächen dienen.

KEYSTONE/EPA KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

(sda-ats)

Zwei gigantische Hände ragen aus dem See, riesige Spielkarten bilden Spiel- und Projektionsflächen: Die Bregenzer Festspiele zeigen Georges Bizets Oper "Carmen" als bildgewaltiges Spektakel. Die Premiere war trotz Regens umjubelt.

Blitz und Donner begleiteten am Mittwochabend den Auftakt zum Spiel auf dem See. Während gut einer Stunde waren die 7000 Zuschauerinnen und Zuschauer heftigem Regen ausgesetzt, ebenso die Sängerinnen und Sänger auf der Bühne. Nach dem sommerlich-heissen Sevilla fühlte sich das Ganze nicht an.

Trotzdem zeigte sich das Publikum am Ende begeistert von der Inszenierung (Kasper Holten), dem Bühnenbild (Es Devlin) und den Darstellern. Die Französin Gaëlle Arquez in der Titelrolle bestach mit ihrem brillanten Mezzosopran und ihren schauspielerischen Qualitäten als heissblütige, freiheitsliebende Carmen.

Glasklarer Orchesterklang

Auch Elena Tsallagova als Micaëla und Jana Baumeister als Frasquita überzeugten, während die Stimmen der männlichen Hauptrollen Don José (Daniel Johansson) und Escamillo (Scott Hendricks) eher etwas blass wirkten. Die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Paolo Carignani spielten aus dem Festspielhaus. Dank der ausgeklügelten Tontechnik hörte das Publikum das Orchester in hervorragender Qualität.

Zum Erfolg der "Carmen" trägt das Bühnenbild viel bei: Riesige Spielkarten dienen als Spielflächen, aber auch für Videoprojektionen (Luke Halls). Im faszinierenden Wechsel von Farben und Bildern scheinen die 7 auf 4,3 Meter grossen Karten manchmal durch die Luft zu wirbeln. Dann wieder sind die Sängerinnen und Sänger in Grossaufnahmen darauf zu sehen.

Symbolik

Die Spielkarten unterstreichen das Geschehen auch symbolisch: Die Herz-Dame steht für Carmen, das Schaufel-Ass für den Stierkämpfer Escamillo, der sich mit dem berühmten "Auf in den Kampf, Toreador!" ins Herz der schönen Zigeunerin singt. Zu bedauern ist Don José, als er Carmen seine Liebe gesteht und dabei wie ein begossener Pudel im Regen steht.

Ins Spiel einbezogen wird auch der Bodensee - etwa beim Ballett der Zigaretten-Fabrikarbeiterinnen oder wenn Schmuggler und Soldaten mit Motorbooten vorfahren.

Als Carmen ihr Schicksal aus den Karten liest, bahnt sich das Unheil an: Ihre Karte ist der Tod. Am Ende stirbt die Titelheldin durch die Hände Don Josés. Verzweifelt über seine unerwiderte Liebe, ersticht er Carmen zwar nicht wie in der Original-Oper. Er ertränkt sie, passend zum Schauplatz , im See.

"Carmen" wird bis zum 20. August noch 27 Mal aufgeführt. Sämtliche Vorstellungen auf der Seebühne sind ausverkauft.

Verfasser: Michael Nyffenegger, sda

www.bregenzerfestspiele.com

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SDA-ATS