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Wie schnell sich doch alles drehen kann. Marcel Hirscher, vor weniger als einer Woche noch mit Spott bedacht, macht sich in St. Moritz innerhalb von drei Tagen wieder zum Helden.

Eine Hundertstelsekunde, so wenig wie noch nie in einem Rennen an Weltmeisterschaften, fehlte Marcel Hirscher in der Kombination gegenüber Luca Aerni zu Gold. Der knappsten Entscheidung aller Zeiten folgte ein verunglückter Auftritt im Team-Wettbewerb mit der Niederlage im Parallelslalom gegen einen unbekannten Belgier.

Doch damit war das letzte Wort nicht gesprochen. Hirscher hatte noch ein paar Argumente in der Hinterhand. Bezug nehmend auf die Kritik in den Medien sagte er gegenüber dem österreichischen Fernsehen ironisch: "Doppelweltmeister, Vize-Weltmeister mit einer Hundertstel Rückstand, alles in allem eine ziemlich peinliche Vorstellung."

Erstmals seit 21 Jahren schaffte es wieder ein Athlet, an einer einzigen WM sowohl im Riesenslalom als auch im Slalom zu gewinnen. Alberto Tomba war 1996 in der Sierra Nevada der bisher letzte gewesen, dem dieses Kunststück gelang. Wer wollte es Hirscher verdenken, dass er nach diesem Erfolg sagte: "Jetzt fahre ich heim und lasse es krachen."

Hirscher war einmal mehr das Zugpferd im Austria-Power-Team, das mit insgesamt neun Medaillen - drei davon in Gold - so erfolgreich war wie nie mehr seit Bormio 2005 und die Schweiz im Medaillenspiegel am letzten Tag noch ganz knapp von Platz 1 verdrängte.

Mit seinem Schlussspurt überraschte Hirscher selbst Michael Pircher, seinen Trainer: "Unglaublich, dass er jetzt über sechs Jahre so eine Leistung bringt. Konstanz und Stabilität sind echt einzigartig und das verwundert auch mich. Jeder verlangt es, jeder erwartet es. Und er bringt es." Hirscher sei auf einem Level "ganz, ganz hoch oben. Ich würde sagen, da gibt es kaum noch eine Steigerung. Schauen wir, dass wir das halten."

SDA-ATS

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