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Borussia Dortmund will wieder besser und schöner spielen. Lucien Favre soll den BVB-Aufschwung orchestrieren.

Wenige Tage vor der Bundesliga-Ouvertüre gegen RB Leipzig lässt er die Nachrichtenagentur Keystone-SDA an seinen ersten Eindrücken teilhaben.

"Ich hatte schon immer eine hohe Meinung von Lucien. Er machte seine Teams besser und liess erfolgreich offensiven Fussball spielen. Favre ist ein Tüftler und Entwickler, der Tag und Nacht arbeitet", sagte die deutsche Trainer-Ikone Ottmar Hitzfeld im Mai am Tag der Unterschrift Favres in Dortmund zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. "Eine riesige Chance für ihn!"

Der neue Hoffnungsträger will nicht von einer "Topchance" sprechen, er formuliert die Sachlage in erster Linie pragmatisch: "Ich war zuvor in Nizza. Wenn man ein Angebot von Dortmund erhält, ist es schwer, das abzulehnen. Punkt! Der Klub ist in der Fussball-Welt eine bekannte Marke." Unter ihm soll der Riese revitalisiert werden. "Es ist spannend, ihn nun bei einem ganz grossen Traditionsklub zu sehen", so Hitzfeld.

Lob von höchster Stelle, Komplimente vom früheren BVB-Champion-League-Sieger. Das hört sich gut an und verdeutlicht die hohe internationale Akzeptanz, die sich Favre bei seinen Stationen in Berlin, Mönchengladbach und zuletzt an der Côte d'Azur erarbeitet hat. Über seinen ungewöhnlichen Ausstieg im September 2015 spricht am Niederrhein niemand mehr. "Lucien hat in Gladbach einen grossartigen Job gemacht", meldet der Fohlen-Manager Max Eberl.

Die Deutschen mögen den Romand. Für sie ist er nicht kompliziert, sondern überaus charmant. Der Grundtenor klingt ungefähr so: ein ausserordentlich guter Coach, menschlich top. Favre mag die generelle Wertschätzung prominenter Branchenkollegen nicht ausführlich besprechen, er lächelt nur verschmitzt: "Ich spüre, sie sind mir gegenüber positiv eingestellt."

Seine offene Art wird im Ruhrpott goutiert. "Ich grüsse alle, ich empfinde für alle Respekt." Favre verhält sich beim börsenkotierten Bundesliga-Giganten nicht anders als früher auf dem öffentlich zugänglichen Trainingsgelände des FC Zürich: stilvoll, aber jederzeit bestimmt und auf den sportlichen Kernbereich fokussiert.

Seinen Lieblingssatz hat Favre selbstredend auch im gelbschwarzen Tagesgeschäft bereits etabliert: "Es gibt viel zu tun, sehr, sehr, sehr viel." Im Gespräch mit Keystone-SDA lässt der 60-Jährige durchblicken, wie er sein neues Ensemble in den letzten sechs Wochen geröntgt hat. "Ich habe mir angeschaut, in welcher Besetzung wie kombiniert wird - wie sie angreifen, wie sie zusammen verteidigen."

Seine exzessive Liebe zum Detail stösst intern auf Anklang. Nach einem Jahr ohne strategische Leitlinie sind die Protagonisten auf dem Rasen empfänglich für einen Mann mit Ideen. "Wir hatten von Anfang an ein gutes Gefühl, weil der Trainer uns einen klaren Plan mit auf den Weg gibt", gibt Marco Reus in einem Interview preis.

Den an guten Tagen spektakulärsten BVB-Professional beförderte Favre zum Captain - für den Verantwortlichen an der Seitenlinie "eine logische Wahl". Um ihn und den erst kürzlich engagierten belgischen WM-Halbfinalisten Axel Witsel wird der Schweizer die Equipe formieren. "So baut Favre den BVB um", titelte das Fachmagazin "Kicker" auf der Front.

Übertriebene Erwartungen interessieren den Rückkehrer nicht. An der öffentlichen Jagd auf die seit sechs Jahren führenden Bayern nimmt Favre nicht teil. Er rechnet stattdessen mit einem schwierigen Auftakt. "Es wird ein paar Wochen brauchen, um zu sehen, welche Spieler am besten zusammenpassen." Das heikle Cupspiel gegen den Zweitligisten Greuther Fürth (2:1 n.V.) bestärkte ihn: "Wir haben gelitten, geschenkt wurde uns nichts."

Mit der Gewichtsklasse seines Arbeitgebers hat sich der Romand arrangiert. Die grenzenlose Leidenschaft inspiriert ihn. Mehr Druck verspüre er deswegen nicht, gestaunt hat er allerdings über die Popularität der Borussia in Nordamerika. "Vor jedem unserer Hotels in Chicago, Pittsburgh und Charlotte standen 200 bis 300 Fans." 47'695 sind auf der Warteliste für ein Abo im BVB-Tempel. "Oh là là, verrückt."

Der impulsive und stolze Anhang wartet aber nicht nur auf neue Saisonkarten. Die Lust auf besseren, erfrischenderen Fussball ist nach einer längeren Dürreperiode immens, die echt Verliebten hatten viele Enttäuschungen zu verarbeiten. Spürt der Neue die Sehnsucht der mächtigen Rampe im Stadion-Süden? Favre zögert keine Sekunde: "Meine Priorität ist die Arbeit auf dem Rasen."

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SDA-ATS