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Der Konzeptkünstler Ottmar Hörl inmitten seiner goldenen Madonnen, die einen zum Nachdenken über die Gleichförmigkeit anregen sollen.

Keystone/AP dpa/DANIEL KARMANN

(sda-ats)

Eine Installation mit rund 600 goldenen Madonnen in Nürnberg soll die Betrachter laut dem Konzeptkünstler Ottmar Hörl zum Nachdenken über Gleichförmigkeit bringen. "Das Einmalige findet heute kaum noch statt", sagte Hörl bei der Eröffnung seines Kunstwerks am Freitag.

Dass er oft als "umstritten" bezeichnet werde, sei für ihn ein Kompliment, sagte der 1950 geborene Hörl. "Wenn es alle super finden, ist es langweilig." 2003 hatte Hörl, zugleich Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, mit einer Installation von 7000 Hasen aus grünem Kunststoff auf dem Hauptmarkt für Aufsehen gesorgt.

Die Madonnen stehen mit jeweils etwas Abstand auf einem rund 80 Meter langen Podest auf einem Platz neben dem Germanischen Nationalmuseum. Heimatminister Markus Söder sprach wegen der Menge von einer Phalanx und einem "tollen Bild, das die Stadt bereichert". Mit Phalanx wurde im antiken Griechenland eine dichtgeschlossene Kampfformation bezeichnet. Kriegerisch sehen die rund 90 Zentimeter grossen, lackierten Kunststoff-Figuren allerdings nicht aus.

Nach der etwa zweiwöchigen Aktion sollen sie für je 250 Euro verkauft werden. Wenn er alle Figuren verkaufen könne, habe er etwa seine Ausgaben von 100'000 Euro für die Installation wieder drin, sagte Hörl. Söder hat bereits ein Exemplar im Heimatministerium stehen. Die Figur habe eine "grosse religiöse Ausstrahlung" auf ihn.

Die Original-Skulptur der Madonna aus Lindenholz entstand um 1510. Der Schöpfer des weltberühmten Werks ist ein bis heute unbekannter Nürnberger Bildschnitzer. Die rund 150 Zentimeter grosse Madonna gilt als ein Hauptwerk der Nürnberger Kunst der Dürerzeit.

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SDA-ATS