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Ein mutmassliches Mitglied der Juwelen-Räuberbande "Pink Panther" ist am Montag in Südfrankreich verhaftet worden. Der 47-Jährige war am 14. Mai aus dem Waadtländer Gefängnis Bois-Mermet ausgebrochen. Damit sind drei der fünf entflohenen Häftlinge gefasst.

Nach umfangreichen Ermittlungen konnte die Waadtländer Polizei den Gesuchten lokalisieren. Polizisten kontrollierten den als gefährlich eingestuften Mann bei sich zu Hause im südfranzösischen Departement Vaucluse, wie die Waadtländer Kantonspolizei am Mittwoch mitteilte.

Der verhaftete gebürtige Montenegriner besitzt die französische und die mazedonische Staatsbürgerschaft. Gegen ihn waren zwei jüngst veröffentlichte internationale Haftbefehle hängig.

Einer davon stammt aus dem Kanton Waadt. "Ich verdächtige ihn, an einem Raubüberfall beteiligt gewesen zu sein, der von Mitgliedern der Bande 'Pink Panther' verübt wurde", sagte der zuständige Waadtländer Staatsanwalt Anton Rusch.

Fremdenlegionär

Der Mann, der laut Rusch mehrere Jahre in der Fremdenlegion gedient hatte, war im Mai aus dem Gefängnis Bois-Mermet in der Nähe von Lausanne ausgebrochen. Dort hatte er wegen qualifizierten Raubüberfalles sowie wegen eines Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz gesessen.

Mit ihm waren am 14. Mai um 10.20 Uhr noch vier andere Häftlinge über die Gefängnismauer von Bois-Mermet gestiegen. Sie alle erhielten dabei Hilfe von vermummten Komplizen und konnten mit mehreren Fahrzeugen flüchten.

Einen Tag darauf wurden zwei der ausgebrochenen Häftlinge in Cheseaux-sur-Lausanne festgenommen. Dabei schnappte die Polizei auch zwei Komplizen, die bei der Flucht geholfen hatten. Zwei weitere Häftlinge befinden sich nach wie vor auf der Flucht. Darunter auch der Anführer des Ausbruchs, ein 45-jähriger Serbe.

Ende Juli hatte sich im Gefängnis von Orbe VD ein ähnlicher Ausbruch ereignet. Dabei drangen Komplizen auf das Gelände vor und ermöglichten damit zwei Häftlingen die Flucht. Einer der beiden ist Mitglied der "Pink Panther".

Auslieferung prüfen

Die jüngste Verhaftung wurde durch die enge Zusammenarbeit zwischen den Schweizer und den Französischen Behörden ermöglicht, wie die Waadtländer Kantonspolizei am Mittwoch weiter mitteilte. Nun soll geprüft werden, ob der Mann ausgeliefert werden kann.

Neben der Schweiz soll er auch in Deutschland, Österreich, Monaco, Grossbritannien, Japan, Frankreich oder den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv gewesen sein. So jedenfalls handeln die Mitglieder der Räuberbande, die von Hauptstadt zu Hauptstadt ziehen.

Die Räuberbande "Pink Panther" zählt rund 220 Mitglieder. Sie stammen aus den Ländern des früheren Jugoslawiens. Die Bande wird für über 100 Einbdrüche und Raubüberfälle auf Schmuckgeschäfte in Europa verantwortlich gemacht. Im Laufe der letzten zehn Jahre soll sie dabei Waren im Wert von über 250 Millionen Euro erbeutet haben.

Den Spitznamen erhielten die Räuber von britischen Ermittlern, die einen gestohlenen Edelstein in einem Tiegel Gesichtscreme fanden - wie die Polizei in der Krimikomödie "The Pink Panther" mit Peter Sellers von 1963.

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SDA-ATS