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Angeführt von den Gewerkschaften sind am Wochenende des 1. Mai in der ganzen Schweiz mehrere zehntausend Personen friedlich für eine solidarischere Gesellschaft auf die Strasse gegangen. Viele Redner nutzten die Gelegenheit auch, um für den Atomausstieg zu plädieren.

Allen voran Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey, die auf dem Zürcher Bürkliplatz sprach. Der Ruf nach Alternativen werde immer drängender. "Der Sonntagspresse konnte man ja entnehmen, dass es im Bundesrat eine Mehrheit für einen Atomausstieg gibt", sagte die SP-Bundesrätin, deren Partei sich auch für den Atomausstieg stark macht.

Störmanöver gegen die Bundespräsidentin

Bis am Sonntagnachmittag verliefen die weit über 50 Kundgebungen und Veranstaltungen überwiegend friedlich. In Bern bewarfen Autonome das neu renovierte Luxushotel Schweizerhof mit Farbbeuteln und lieferten sich ein Scharmützel mit der Polizei. Die eigentliche 1.-Mai-Kundgebung mit rund 1000 Personen verlief jedoch friedlich.

In Zürich blieb es im Vergleich zu den Vorjahren sehr ruhig. Gemäss Stadtpolizei Zürich wurden ein paar Container angezündet. Allerdings verhaftete die Polizei im Zuge von Personenkontrollen über 500 Personen, die zum Teil vermummt, demonstrieren wollten.

Am Nachmittag unterbrachen Angehörige des linksautonomen Revolutionären Aufbaus mit Sprechchören und Zwischenrufen die Rede von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey. Diese zeigte sich erstaunt und rief ihre lautstarken Kritiker dazu auf, selbst vor das Mikrofon zu treten.

Gysi rettet Situation

Der Stargast aus Deutschland half, die Situation zu retten: Gregor Gysi, Fraktionschef der Linken im deutschen Bundestag, hielt seine Rede etwas früher.

Er verband die Energiefrage mit dem klassischen Thema des 1. Mai: "Die notwendige Energiewende darf nicht auf dem Buckel der Armen erfolgen", forderte er. Atomenergie müsse gleich wie Atomwaffen verboten werden.

Nachdem den Störern das Megafon weggenommen worden war, konnte Calmy-Rey nach Gysis Rede ihre Ansprach fortsetzen. Sie sprach sich gegen prekäre Arbeitsverhältnisse und ständigen Sozialabbau aus: "In der Schweiz gibt es ein immer schmaleres Oben und ein grösseres Unten. Das wollen wir nicht."

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SDA-ATS