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Die Ermittlungen gegen einen Berner Sozialtherapeuten laufen auf Hochtouren. Über 100 Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden gehen sexuellen Missbräuchen aus drei Jahrzehnten nach. Auch die betroffenen Heime aus drei Kantonen müssen sich unangenehmen Fragen stellen.

"Wie ist es möglich, dass ein Sozialtherapeut über Jahrzehnte behinderte Menschen sexuell missbrauchen kann?" fragte die Konferenz der Aargauischen Behindertenorganisationen am Mittwoch in einem Communiqué. "Und warum konnte der bereits vor Jahren geäusserte Verdacht nicht erhärtet werden?"

Die Berner Behörden machen vorerst keinen neuen Angaben über den Stand der Ermittlungen mit mindestens 122 Opfern. Sie gehen davon aus, dass das Verfahren frühestens Mitte Jahr ans zuständige Gericht überwiesen werden kann. Allerdings dürften etwa 90 Fälle verjährt sein.

Seeland als erste Station

Denn die Verfehlungen begannen schon 1982 im Kinder- und Jugendheim Schlössli Ins, wie der Heimverband Bern bekanntgab. Von 1982 bis 1987 arbeitete der Tatverdächtige in der Stiftung Columban in Urnäsch AR, danach zwei Jahre im Werkheim Neuschwende in Trogen AR, wie der zuständige Ausserrhoder Regierungsrat mitteilte.

Nach einem Zwischenhalt an einer süddeutschen Sonderschule kehrte der Therapeut ins Bernbiet zurück. Ab 1991 trieb er sein Unwesen im Haus St. Martin in Oberthal (Emmental), im Haus Christofferus in Renan (Berner Jura), im Regionalen Behindertenzentrum Interlaken, im Internat Tannhalde Gümligen und zuletzt in Bolligen, wo es an der Christophorus-Schule selber aber zu keinem Übergriff kam.

Der Fall flog im März 2010 im Aargau auf: Zwei Bewohner des Behindertenheims Nische Zofingen erzählten ihren Eltern über sexuelle Kontakte zum Betreuer. Kurz darauf wurde der mutmassliche Täter an seinem Wohnort im Berner Oberland festgenommen. Er ist geständig.

"Schwieriger Mensch"

Die Leiter der betroffenen Berner Heime erklärten am Mittwoch vor den Medien, sie wüssten etwa seit drei Wochen von den Vorfällen und seien geschockt. Verbands-Geschäftsleiter Ueli Affolter sagte, es gelte Lehren zu ziehen und sich neue Fragen zu stellen, etwa, ob von Heim zu Heim der Informationsfluss verbessert werden müsse.

Laut Heimverband wurde der Mann zweimal entlassen - einmal weil er nicht mit schwierigen Situationen habe umgehen können, das zweite Mal, weil er als nicht kooperativ eingeschätzt wurde. Er sei ein an sich liebenswürdiger Tollpatsch, aber auch ein spezieller, schwieriger Mensch.

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SDA-ATS