Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Nie zuvor hat ein ziviles Gericht in Bangladesch so viele Todesurteile auf einmal verhängt: 152 Grenzschützer sollen für eine blutige Meuterei mit ihrem Leben büssen. Es gibt Zweifel, ob der Massenprozess fair war.

Die über 150 Grenzschützer wurden wegen Mordes an ihren Vorgesetzten bei einer Meuterei zum Tode verurteilt. Das zivile Sondergericht in der Hauptstadt Dhaka verhängte ausserdem langjährige Haftstrafen gegen mehr als 400 Aufständische, wie Staatsanwalt Mosharaff Hossain Kajal am Dienstag erklärte.

Im Februar 2009 hatten sich Mitglieder der paramilitärischen Grenzschutzeinheit Bangladesh Rifles (BDR), die heute Border Guard Bangladesh heissen, wegen schlechter Bezahlung und Unmut über die Kommandostruktur gegen ihre Vorgesetzten erhoben. Der Aufstand begann im Hauptquartier in Dhaka und breitete sich von dort auf Kasernen im ganzen Land aus.

74 Menschen wurden bei dem massiven Gewaltausbruch getötet, die meisten davon Offiziere Ihre verstümmelten Leichen wurden in Abwasserkanäle und Massengräber geworfen. Die Meuterei endete nach 36 Stunden, als die Armee Panzer in Stellung brachte. Die zweitägige Meuterei war der blutigste Aufstand in der Geschichte des südasiatischen Landes.

Richter Mohammad Akhtaruzzaman verhängte am Dienstag in 152 Fällen die Todesstrafe. 161 Meuterer erhielten lebenslange Haftstrafen, darunter auch zwei Politiker. 263 Menschen müssen zwischen drei und sieben Jahren hinter Gitter. Shamin Sarder, einer der Verteidiger, kündigte Berufung an. 271 Menschen wurden freigesprochen.

Kritik am Massenprozess

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bemängelte, der Massenprozess gegen 847 Menschen sei nicht fair gewesen.

"Hunderte Menschen auf einmal in einem gigantischen Saal vor Gericht zu stellen, wo sie kaum oder fast keinen Zugang zu Anwälten haben, ist ein Affront gegen internationale juristische Standards", erklärte Brad Adams, Südasiendirektor der Organisation. Ausserdem seien Gefangene in Haft gefoltert worden, Dutzende seien gestorben.

Wegen der Meuterei waren in den vergangenen Jahren fast 6000 Grenzschützer schon von Militärgerichten verurteilt worden. Dabei lag die Höchststrafe jedoch bei sieben Jahren.

SDA-ATS