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Nach dem Zusammenprall von zwei Zügen im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh sind am Dienstag 16 Passagiere in einem Waggon bei lebendigem Leibe verbrannt. Insgesamt kamen 25 Menschen bei dem Zugunglück ums Leben.

Das sagte der Polizeichef des Distrikts Anantapur, Charu Sinha, der Nachrichtenagentur dpa per Telefon. 35 Menschen seien verletzt worden, schwebten aber nicht in Lebensgefahr. Rettungskräfte konnten etwa 70 Überlebende bergen. Helfer setzten Schweissbrenner ein, um eingeschlossene Passagiere aus den Waggons zu bergen.

Unter den Toten sind nach Bahnangaben auch zwei Kinder. Dagegen überlebte der Lokführer nach Informationen der indischen Nachrichtenagentur PTI das Unglück, war aber nicht bei Bewusstsein.

Ein Passagierzug war auf dem Weg in die südindische Metropole Bangalore in einem Bahnhof auf einen stehenden Güterzug aufgefahren. Dabei waren nach Polizeiangaben vier Waggons des Passagierzuges entgleist, von denen einer Feuer fing.

"Wir sind wie durch ein Wunder entkommen", sagte ein Überlebender dem Nachrichtensender NDTV. "Es war furchtbar." Die Passagiere hätten gespürt, wie der Zug erschüttert worden und zum Stillstand gekommen sei. "Später sahen wir den Unglückswaggon in Flammen stehen."

Haltesignal übersehen

Offizielle Angaben zur Ursache des Unfalls gab es zunächst nicht. Der Nachrichtensender NDTV berichtete unter Berufung auf einen ungenannten Bahnvertreter, nach ersten Erkenntnissen scheine der Zugführer des Passagierzuges ein Haltesignal überfahren zu haben. Bahnminister Mikul Roy ordnete eine Untersuchung an.

Das 155 Jahre alte indische Eisenbahnnetz gehört zu den grössten der Welt. Auf ihm verkehren 9000 Passagierzüge, die täglich etwa 20 Millionen Passagiere befördern. Jedes Jahr werden in Indien mehr als 100 Zugunfälle registriert.

Im vergangenen Juli kamen 63 Menschen ums Leben, als ein Expresszug zwischen Kolkata und Neu Delhi entgleiste. Das schlimmste Zugunglück des Landes ereignete sich 1981: Damals starben rund 800 Menschen, als im Bundesstaat Bihar ein Zug in einen Fluss stürzte.

SDA-ATS