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Bei den Obstkulturen muss im Kanton Aargau mit einem Ertragsausfall von mehr als 85 Prozent gerechnet werden. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP dpa/PATRICK SEEGER

(sda-ats)

Im Kanton Aargau haben die Frostnächte von Ende April in der Landwirtschaft Schäden von über 30 Millionen Franken verursacht. Der Regierungsrat will den betroffenen Obst- und Weinbauern unter die Arme greifen. Die Existenz von Bauernfamilien sei gefährdet.

Der für die Landwirtschaft zuständige Finanzdirektor Markus Dieth (CVP) sprach am Donnerstag vor den Medien in Remigen im Fricktal von einem "Jahrhundertfrost". Es seien in einem Ausmass Schäden angerichtet worden, wie dies die Aargauer Landwirtschaft noch nie erlebt habe.

Die Konsequenzen für die betroffenen Landwirtschaftsbetriebe sind gemäss Finanzdepartement "gravierend". Einige Landwirtschaftsbetriebe, vor allem in der Obst- und Weinbranche, seien so stark betroffen, dass sie vor Liquidationsproblemen stünden und sich in ihrer Existenz bedroht sehen würden.

Obstkulturen stark beschädigt

Das Ausmass der Schäden sei je nach Kultur und Region sehr unterschiedlich. Bei den Obstkulturen werde kantonsweit mit einem Ertragsausfall von mehr als 85 Prozent gerechnet, hiess es. Bei den Reben belaufe sich der Schaden auf durchschnittlich 60 Prozent, in einigen Regionen habe der Frost jedoch den gesamten Jahrgang 2017 vernichtet.

Auch andere landwirtschaftliche Kulturen wie Gemüse und Beeren sind von den Frostschäden betroffen, wenn auch teilweise in geringerem Umfang. Das ganze Ausmass der Schäden werde sich erst in den nächsten Wochen zeigen.

Der Regierungsrat will den Landwirtschaftsbetrieben helfen. Als finanzielle Sofortmassnahme gewährt der Kanton zinslose Überbrückungskredite und Stundungen von laufenden Krediten. Es seien unkomplizierte Lösungen gefragt, damit die betroffenen Betriebe nicht aufgeben müssten, betonte Dieth. Auch die fachliche Unterstützung der Landwirte werde gestärkt.

Der Regierungsrat führte Gespräche mit dem Bund und den Landwirtschaftsdirektoren der anderen Kantone. Der Kanton will auch die fachliche Unterstützung der Landwirte stärken.

Keine Basler Tafelkirschen

Auch die Landwirtschaftsbetriebe der Region Basel befürchten wegen der Frostschäden einen Totalausfall bei der Ernte der Tafelkirschen und Zwetschgen. Die Verantwortlichen in der Region rechnen mit Schäden von 19 Millionen Franken.

Zahlreiche Betriebe seien nach dem starken Frost und Schnellfall in ihrer Existenz bedroht, stellte die Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion am vergangenen Freitag fest. Den Betroffenen soll mit zinslosen Darlehen oder einer Stundung eines Investitionskredit geholfen werden.

Gemäss Baselbieter Obstverband gibt es in diesem Jahr in der Region Basel keine marktfähigen Tafelkirschen. Zu einem Totalausfall kommt es auch bei den Tafelzwetschgen. Bei den Äpfeln rechnet der Obstverband mit höchstens 25 Prozent einer Normalernte.

Im Kanton Wallis, wo der Frost den Rebbergen und den Aprikosenbäumen ebenfalls zugesetzt hatte, wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Einige Landwirte müssen mit hohen Gewinneinbussen oder gar Totalverlusten rechnen.

Der Frühlingsfrost Ende April hatte auch Kulturpflanzen im Waadtland und im Tessin arg in Mitleidenschaft gezogen. Einige Obstproduzenten sprachen vom schlimmsten Frost seit 40 Jahren. Für Ertragsausfälle wegen Frost gibt es praktisch keine Versicherungen.

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SDA-ATS