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Bei einem nächtlichen Brand in einer psychiatrischen Klinik bei Moskau sind 38 Menschen ums Leben gekommen. Der Brand überraschte die Insassen im Schlaf. Medienberichten zufolge standen die Patienten unter dem Einfluss starker Beruhigungsmittel, die Fenster waren vergittert, zudem traf die Feuerwehr erst nach einer Stunde am Unglücksort ein.

Nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums brach der Brand gegen 02.00 Uhr am Morgen (00.00 Uhr MESZ) in einem der vier Gebäude der Psychiatrischen Klinik Nr. 14 in der Ortschaft Ramenski rund 40 Kilometer vor Moskau aus. Er breitete sich rasch in dem Holzbau aus.

Zu dem Zeitpunkt befanden sich 38 Patienten und drei Vertreter des Pflegepersonals in dem Gebäude. Nur drei konnten sich retten, darunter eine Krankenschwester. Für alle anderen, darunter zwei weitere Pflegerinnen, kam jede Hilfe zu spät.

Eine Stunde bis zum Eintreffen der Rettungskräfte

Die Feuerwehr benötigte laut ihrem Regionalchef Wadim Belowoschin mehr als eine Stunde statt der üblichen 20 Minuten, um vor Ort einzutreffen. Die nächste Kaserne sei 50 Kilometer von dem Dorf entfernt, zudem mussten die Einsatzwagen wegen einer Strassensperre einen Umweg nehmen. Erst um 04.42 Uhr war der Brand unter Kontrolle, das Gebäude war fast vollständig zerstört.

Unklar war, was den Brand auslöste. Die Behörden leiteten Ermittlungen ein und schlossen weder einen Kurzschluss der maroden Leitungen noch Brandstiftung aus. Zudem ermittelten sie wegen möglicher Missachtung der Brandschutzregeln.

Einer der überlebenden Patienten berichtete dem Ermittlungskomitee, dass ein unter Entzug stehender Neuankömmling im Ruheraum der Klinik ununterbrochen geraucht habe. In der Nacht dann habe der Patient gesehen, wie das Sofa in Flammen stand, sagte eine Vertreterin des Komitees der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Klinik für geistig Behinderte und Alkoholiker

Laut einem Sprecher der Rettungsmannschaften löste der Brandalarm ganz normal aus. Eine Pflegerin sei davon wach geworden und habe gerade noch zwei Patienten, einen Mann und eine Frau, durch den bereits brennenden Flur mit sich ins Freie retten können.

In der Klinik werden nach Angaben des Chefarztes vor allem schwere Alkoholiker und Drogenabhängige behandelt. Er beschrieb die Patienten als "ganz schön schwierig". Nach einer von den Behörden veröffentlichten Liste waren die Patienten zwischen 20 und 70 Jahre alt.

Gouverneur Andrej Worobjew rief für Samstag in der Region Moskau einen Trauertag aus. Die Hinterbliebenen sollen eine Entschädigung von umgerechnet rund 15'000 Franken pro Familie erhalten.

Nicht der erste Fall

Verheerende Brände sind in den oft mangelhaft ausgestatteten kommunalen Gebäuden in Russland keine Seltenheit: 2009 starben bei einem Brand in einem Altenheim der nordrussischen Republik Komi 23 Menschen, 2007 kamen 63 Ältere bei einem Brand ihres Heims in der südrussischen Region Krasnodar ums Leben.

Ende 2006 starben bei einem vermutlich durch Brandstiftung entfachten Feuer in einem Entzugszentrum für Drogenkranke 45 Frauen. Auch damals waren die Fenster vergittert und der Notausgang versperrt.

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SDA-ATS