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Nach den blutigen Anschlägen in Wolgograd zeigt die russische Regierung demonstrativ Entschlossenheit im Terrorkampf. Bei Razzien in Südrussland nahm die Polizei bis Donnerstag mindestens 700 Menschen fest.

Eine heisse Spur nach den beiden Bombenattentaten mit mindestens 34 Toten entdeckten die Ermittler aber nicht. Bei einem Anti-Terror-Einsatz im Nordkaukasus töteten regierungstreue Einheiten zwei "Banditen", die angeblich Anschläge vorbereiteten.

Ermittler vermuten Islamisten aus dem Nordkaukasus als Drahtzieher der Attentate in Wolgograd. Die Extremisten hatten mit Bluttaten vor den Olympischen Spielen im Februar im russischen Sotschi gedroht.

Festgenommene mehrheitlich aus dem Kaukasus

Bei den beiden Bombenanschlägen in einem Bus und im Bahnhof waren am Sonntag und am Montag in Wolgograd insgesamt mindestens 34 Menschen getötet und 72 verletzt worden.

Die Suche nach den Hintermännern verlaufe mit Hochdruck, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Donnerstag. Bei den Festgenommenen handelt es sich vor allem um Migranten aus Zentralasien und dem Kaukasus.

Viele von ihnen besässen gefälschte Dokumente, sagte die Sprecherin. Bei den Polizeiaktionen in Wohnungen, Restaurants und auf Märkten seien Waffen und Drogen entdeckt worden.

Überraschungsbesuch von Putin

Präsident Wladimir Putin hatte den Hintermännern der Selbstmordanschläge in seiner Neujahrsrede Vergeltung angedroht. Am Mittwoch war der Kremlchef unangekündigt nach Wolgograd gereist und hatte in der Grossstadt rund 1000 Kilometer südlich von Moskau Verletzte in einer Klinik besucht.

In Wolgograd, dem früheren Stalingrad, wurden unterdessen Opfer der Anschläge beigesetzt. "Einen solchen Verlust an unschuldigen Menschen hatte die Stadt zuletzt in der Schlacht von Stalingrad", sagte ein Vertreter des Innenministeriums.

Der Generalleutnant verlieh Polizisten, die bei dem Anschlag im Bahnhof am Sonntag ums Leben gekommen waren, posthum Staatsauszeichnungen. Bis einschliesslich Samstag gilt in Wolgograd noch offiziell Trauer.

Stadtbevölkerung passt Verhalten an

Aus Angst vor neuen Anschlägen meiden viele Bewohner der Stadt derzeit Menschenansammlungen und öffentliche Verkehrsmittel, wie Medien berichteten. Ermittlern zufolge tragen beide Anschläge die gleiche Handschrift.

Bereits Ende Oktober hatte in Wolgograd eine Selbstmordattentäterin in einem Bus sechs Insassen mit in den Tod gerissen. Die Grossstadt liegt 700 Kilometer von Sotschi entfernt.

SDA-ATS