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Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) rührt die Werbetrommel für die Mindestlohn-Initiative. Er untermauert seine Forderung mit einem eigenen Expertenbericht und einer Umfrage. Die grosse Mehrheit der rund 1000 Befragten sei für gesetzliche Mindestlöhne.

Die SGB-Volksinitiative "Für den Schutz fairer Löhne" ist auf Kurs: In den ersten fünf Monaten seien bereits 80'000 Unterschriften gesammelt worden, sagte SGB-Präsident Paul Rechsteiner am Dienstag vor den Medien in Bern. Nun fehlten nur noch 20'000 Unterschriften.

Optimistisch stimmt die Gewerkschafter aber auch das Ergebnis einer neuen, repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Link. 85 Prozent der Befragten hätten sich für gesetzliche Mindestlöhne ausgesprochen, hielt Rechsteiner fest.

Als fairen Mindestlohn für eine Vollzeitstelle gaben die Befragten im Mittel 4487 Franken an. Das sind rund 500 Franken mehr als die Mindestlohn-Initiative verlangt. Zudem sind 70 Prozent der Befragten überzeugt, dass in der Schweiz "viele oder sehr viele Menschen" nicht von ihrer Vollzeit-Arbeit leben können.

Kein Anstieg der Arbeitslosigkeit

Dass viele dieser Angestellten im Falle eines gesetzlichen Mindestlohnes ihre Arbeit verlieren könnten, glaubt der SGB nicht. Der neue Expertenbericht entkräfte diese Bedenken: "Mindestlöhne führen weder zu einem Anstieg noch zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit", sagte SGB-Chefökonom Daniel Lampart.

Zu diesem Schluss sei die SGB-Expertengruppe nach der Auswertung von rund 50 Studien gekommen. Erklärungen gebe es viele, hielt Lampart fest: Beispielsweise könnten viele Beschäftigte dank eines Mindestlohnes ihren Zweitjob aufgeben und sich auf eine Stelle konzentrieren. Diese Plätze würden für andere Leute frei.

Arbeitgeber und Gewerbeverband dagegen

Strikte gegen einen gesetzlichen Mindestlohn sind der Arbeitgeber- und der Gewerbeverband. Solche Vorschriften gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz oder könnten die Schaffung neuer Arbeitsplätze verhindern, monieren sie. Von der am Dienstag veröffentlichten Umfrage lasse er sich nicht ins Bockshorn jagen, sagte Arbeitgeber-Direktor Thomas Daum auf Anfrage.

Das Ergebnis erstaune ihn nicht: "Das Anliegen tönt im ersten Moment sympathisch", räumte Daum ein. Wenn allerdings in der Öffentlichkeit eine Debatte über die Nachteile von Mindestlöhnen stattgefunden habe, werde die Mehrheit der Bevölkerung anders denken.

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SDA-ATS