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Einen Tag nach den grössten Protesten seit Jahren hat die ägyptische Führung am Mittwoch weitere Demonstrationen mit aller Härte unterdrückt. Gruppen von Protestierenden hatten sich trotz Verbot zusammengefunden. Der Kurzmitteilungsdienst Twitter wurde blockiert.

Das ägyptische Blog Bakya Masr berichtete, dass Facebook-Seiten ebenfalls nicht mehr zugänglich seien. Das Internet ist für die Oppositionellen, die soziale Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit fordern, ein wichtiges Instrument, um zu Versammlungen aufzurufen.

So hatte die oppositionelle pro-demokratische Jugendbewegung die Ägypter auf ihrer Facebook-Seite für Mittwoch erneut dazu aufgefordert, sich auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo zu versammeln. Die Demonstranten müssten den Platz "erneut erobern".

Die Regierung brachte am Tag nach dem "Tag des Zorns" allerdings tausende Polizisten allein in der Hauptstadt in Stellung.

Versammlungsverbot ignoriert

Ungeachtet der Stellungnahme des Innenministeriums, die Polizei werde keine Versammlungen, Märsche oder Proteste tolerieren, kamen am Mittwoch Dutzende Demonstranten vor dem Gebäude der Journalistengewerkschaft in der Innenstadt zusammen. Sie forderten den Rücktritt von Präsident Husni Mubarak. Polizisten lösten die Menge mit Gewalt auf.

Auch in den Provinzen Manufija, Nord-Sinai und Assiut versammelten sich wieder Hunderte von Oppositionellen, um gegen die Regierung des 81-jährigen Mubarak zu demonstrieren. Und auch dort schlugen die Sicherheitskräfte zu.

Am Mittwochabend wurden bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der ägyptischen Polizei Dutzende Menschen verletzt. Besonders heikel war die Lage in der Hafenstadt Suez, wo nach Angaben aus Sicherheitskreisen über 50 Demonstranten und Polizisten verletzt wurden. Das Innenministerium verhängte in der Stadt eine nächtliche Ausgangssperre.

Rund 500 Festnahmen

Seit Dienstag wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen landesweit rund 500 Demonstranten festgenommen. Andere Quellen sprachen von über 850 Festnahmen.

In Ägypten gilt seit 1981 nach dem Attentat auf Mubaraks Vorgänger Anwar al-Sadat der Ausnahmezustand. Grossdemonstrationen werden von der Polizei normalerweise rasch beendet. Mubarak hält sich seit 30 Jahren an der Macht.

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SDA-ATS