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Ägyptens Präsident Al-Sisi will sich erneut wählen lassen. (Archiv)

KEYSTONE/EPA ISP POOL/OLIVIER DOULIERY / POOL

(sda-ats)

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi kandidiert offiziell für eine zweite Amtszeit. Ein Mitglied seines Wahlkampfteams reichte die notwendigen Unterlagen bei der Wahlkommission ein, wie das ägyptische Staatsfernsehen am Mittwoch berichtete.

Al-Sisi hatte seine Kandidatur bereits am Freitag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache angekündigt. Der ehemalige Armeechef hatte den Putsch gegen den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi angeführt und 2014 das Präsidentenamt übernommen.

Al-Sisi ist derzeit noch der einzige Kandidat, der sich offiziell für das Präsidentenamt bei der Abstimmung vom 26. bis 28. März bewirbt. Die Registrierungsphase für Kandidaten endet am kommenden Montag.

Mehrere andere Kandidaten haben sich bereits wieder aus dem Rennen zurückgezogen oder wurden disqualifiziert. Kritiker beklagen ein Klima der Einschüchterung vor der Wahl.

Der bekannte ägyptische Anwalt und Oppositionelle Khaled Ali gab am Mittwoch bekannt, dass er auf seine Kandidatur verzichtet. Er warf den Behörden vor, Mitglieder seines Wahlkampfteams festgenommen zu haben. Die Wahlkommission sei zudem befangen. "Das alles führt dazu, dass der Wahlprozess vergiftet und beschädigt wird und die demokratische Bedeutung verloren geht", sagte Ali vor den Medien in Kairo.

Kritik von Amnesty

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Festnahme des früheren Stabschefs der ägyptischen Armee, Sami Annan. Sie sei ein Angriff auf das Recht, sich an der Wahl zu beteiligen und verhindere jegliche ernsthafte Opposition gegen Staatspräsident Al-Sisi, kritisierte Amnesty am Mittwoch. Die Behörden müssten aufhören, sich in die anstehenden Wahlen einzumischen.

Sami Annan hatte vor einigen Tagen angekündigt, ebenfalls kandidieren zu wollen. Am Dienstag sei er von Sicherheitskräften festgenommen und zu einem unbekannten Ort gebracht worden, sagte ein Sprecher der Wahlkampagne.

Die ägyptische Armee hatte mitgeteilt, dass Annan für eine Befragung wegen eines Fehlverhaltens einbestellt worden sei. Er soll Dokumente gefälscht und ohne die nötige Erlaubnis des Militärs seinen Antritt zur Wahl verkündet haben.

Erst vor wenigen Wochen hatte Ex-Ministerpräsident Ahmed Schafik seine angekündigte Kandidatur zurückgezogen. Der "New York Times" zufolge übte die Führung Druck auf ihn aus. Auch der Neffe des ehemaligen Staatschefs Anwar al-Sadat, Mohammed Anwar al-Sadat, hatte erklärt, sich nicht aufstellen zu lassen, um seine Anhänger vor Verfolgung durch staatliche Stellen zu schützen.

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SDA-ATS