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Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hat nach 18 Tagen Proteste gegen sein Regime nachgegeben und ist zurückgetreten. Mubarak habe die Macht in die Hand des Militärs gelegt, erklärte sein Stellvertreter Omar Suleiman am Freitag im staatlichen Fernsehen.

Der Oberste Militärrat bestätigte am Abend in einer Fernseherklärung die Übernahme der Macht unter Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi. Zugleich versicherte ein Sprecher, dass das Oberkommando den Willen des Volkes erfüllen wolle.

Er dankte dem zurückgetretenen Präsidenten Mubarak. Den Menschen, die bei den Protesten getötet wurden, bezeugte er mit einen militärischen Gruss Respekt. Sie hätten ihr Leben für die Freiheit Ägyptens gegeben.

Jubel und Freudentänze

Unmittelbar nach der Ankündigung des Rücktritts durch Suleiman brachen in Kairo und anderen Städten Jubelfeiern aus, Autokonvois fuhren hupend durch die Strassen.

Auf dem zentralen Tahrir-Platz, seit Beginn der Proteste am 25. Januar das Herz des Volksaufstands, tanzten hunderttausende Regimegegner unter ägyptischen Fahnen, wie Augenzeugen berichteten.

Der Friedensnobelpreisträger Mohamed al-Baradei erklärte: "Das Land ist nach Jahrzehnten der Unterdrückung befreit." Er sprach vom "grossartigsten Tag meines Lebens".

Auch in Genf haben rund 200 Personen ihre Solidarität mit den Demonstrierenden in Ägypten und anderen arabischen Ländern kundgetan.

Flucht ans Rote Meer

Mubarak, der sich während 30 Jahren an der Macht hielt, war am Freitagnachmittag mit seiner Familie in den Badeort Scharm al-Scheich am Roten Meer geflogen, wo er eine Villa besitzt.

Die Armeeführung hatte erklärt, sie unterstütze Mubaraks Plan für eine friedliche Übergabe der Macht sowie freie und gerechte Wahlen noch in diesem Jahr. Gleichzeitig forderte die Armeeführung ein Ende der Demonstrationen und die "Rückkehr zur Normalität".

Die Armee hatte ausserdem in Aussicht gestellt, den seit 30 Jahren geltenden Ausnahmezustand aufzuheben, sobald es die Situation erlaube.

Grossdemonstrationen vor Rücktritt

Die Enttäuschung über den am Donnerstag noch ausgebliebenen Rücktritt von Mubarak hatte die Proteste von Ägyptens Opposition am Freitag weiter angefacht. Die Demonstranten strömten auf Plätze und marschierten auf den Präsidentenpalast und das Gebäude des ägyptischen Staatsfernsehen zu.

Damit dehnte die Protestbewegung ihre Kundgebungen erstmals über den zentralen Tahrir-Platz aus. In der Provinzhauptstadt Al-Arisch im nördlichen Sinai eskalierten die Proteste. Ein Demonstrant wurde erschossen.

Auch in Alexandria, der zweitgrössten Stadt des Landes, marschierten tausende Demonstranten zu einem der Paläste Mubaraks.

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SDA-ATS