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Afghanische Taliban greifen Regierungsgebäude in Kandahar an

Talibankämpfer haben am Samstag in einer gross angelegten Aktion etliche Regierungsgebäude in der südafghanischen Stadt Kandahar angegriffen. Ziele der Offensive waren der Wohnsitz des Provinzgouverneurs, das Rathaus sowie Büros des Geheimdienstes und offenbar mehrere Polizeireviere.

"Die Taliban haben mehrere Gebäude angegriffen", berichtete Regierungssprecher Salmai Ajubi aus einem Schutzraum innerhalb des Anwesens des Gouverneurs.

Bei den Kämpfen wurden mindestens zwei Menschen getötet und 29 Menschen verwundet, sagte der Provinzgouverneur Turjalai Wesa. Ausserdem habe es sechs Selbstmordanschläge in der Stadt gegeben, darüber hinaus seien zwei Autobomben und zwei in Rikschas versteckte Sprengsätze explodiert.

Die Taliban erklärten, einige der über 100 eingesetzten Kämpfer seien bis auf das Gelände des Gouverneursanwesens vorgedrungen und es habe Tote gegeben. "Viele Menschen wurden getötet", sagte Taliban-Sprecher Kari Jusef Ahmadi.

"Unser Angriff richtete sich gegen jedes Gebäude, das von Regierung und Sicherheitskräften benutzt wird", sagte er. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Stundenlange Gefechte

Ziel der Aktion sei es, die Kontrolle über die Stadt zurückzugewinnen, nachdem afghanische und NATO-Kräfte die ehemalige Hochburg der Taliban im vergangenen Jahr eingenommen hatten, sagte der Talibansprecher. Unter den Kämpfern befänden sich auch Männer, die bei einem grossen Gefängnisausbruch im vergangenen Monat befreit worden seien,.

Die Gefechte in Kandahar dauerten über Stunden an. Ein Reporter vor Ort berichtete von mindestens zwei schweren Explosionen in der Nähe des Gouverneurssitzes. Während die Kämpfe andauerten, riegelte die Polizei das Gelände ab. Über der Stadt kreisten Militärhelikopter.

Die Provinz Kandahar galt einst als Hochburg der radikalislamischen Taliban. Nun wird sie aber von der NATO und den afghanischen Streitkräften kontrolliert.

Frühjahrsoffensive der Taliban

Am Freitag hatten die Taliban erklärt, die Tötung des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden werde die Moral der Aufständischen nur weiter stärken. "Das Martyrium von Scheich Osama bin Laden verleiht dem heiligen Krieg gegen die Eindringlinge neuen Antrieb", hiess es in der Stellungnahme.

Der Angriff vom Samstag sei jedoch keine direkte Reaktion auf den US-Einsatz gegen bin Laden gewesen, sondern Teil der angekündigten Frühjahrsoffensive der Taliban.

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