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Afghanistans Präsident auf Versöhnungsbesuch in Washington

Dieser Inhalt wurde am 12. Mai 2010 - 20:24 publiziert
(Keystone-SDA)

Washington - Nach erheblicher Missstimmung demonstrieren US-Präsident Barack Obama und sein afghanischer Kollege Hamid Karsai Einigkeit. Beide räumten bei einem Treffen im Weissen Haus ein, dass es Reibereien gegeben habe und auch weiterhin Differenzen geben werde.
Dies ändere aber nichts an ihrer "strategischen Partnerschaft" im Kampf gegen die radikalislamischen Taliban und mit ihnen verbündete Al-Kaida-Terroristen. Obama sagte schwere Kämpfe voraus: "Es wird in den nächsten Monaten einige harte Kämpfe geben."
Obama bekräftigte seine Absicht, ab Sommer 2011 mit dem Rückzug der US-Soldaten zu beginnen. "Dies bedeutet aber nicht, dass wir dann mit Afghanistan abgeschlossen haben", sagte er nach dem Treffen vor Journalisten.
Nach den schweren Spannungen in den vergangen Wochen ist Karsai auf Versöhnungsbesuch in den USA. Zeitweise wurde in Washington sogar erwogen, den Karsai-Besuch abzublasen. In der Regierung werde Karsai als "launenhaft" empfunden, schreibt die "New York Times". Andererseits wolle Washington Karsai nicht mehr öffentlich zusetzen und drängen, heisst es.
Die USA hatten Karsai zuvor öffentlich gerügt, Korruption und Drogenhandel nicht energisch zu bekämpfen. Karsai reagierte darauf persönlich verärgert und behauptete, der Westen stecke hinter den Fälschungen bei der umstrittenen Präsidentenwahl im vergangenen Jahr.
"Es gibt Zeiten, in denen wir offen miteinander reden", meinte Karsai. Die ändere aber nichts an den Gemeinsamkeiten. Obama signalisierte vorsichtig, dass man auf weitere Fortschritte im zivilen Aufbau hoffe.
Beide Seiten waren sich einig, dass man nicht allein auf eine "militärische Lösung" setzen könne. Obama rief Kabul unter anderem zu internen Friedensbemühungen auf. Die Regierung solle "die Tür für diejenigen Taliban öffnen, die ihre Verbindungen mit Al-Kaida gekappt haben, der Gewalt abschwören und die afghanische Verfassung achten".

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