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Afghanistans Präsident Karasai hat die absolute Mehrheit verfehlt

Dieser Inhalt wurde am 16. Oktober 2009 - 09:26 publiziert
(Keystone-SDA)

Kabul - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat bei der Wahl vor knapp zwei Monaten offensichtlich eine absolute Mehrheit verfehlt. Das berichteten US-Zeitungen mit Hinweis auf die Untersuchungen über Betrügereien bei der Wahl.
Damit wäre laut Verfassung eine Stichwahl zwischen ihm und Ex-Aussenminister Abdullah Abdullah notwendig. Die "Washington Post" berichtete, die Analyse der UNO-unterstützten Beschwerdekommission (ECC) führe zu einem Abzug von Stimmen bei Karsai, der dann nur noch auf rund 47 Prozent komme.
Die "New York Times" meldete, nach dem korrigierten Ergebnis gehe man davon aus, dass Karsai nur 48 Prozent der Stimmen gewonnen habe.
Die ECC will ihre Untersuchung an diesem Samstag der Wahlkommission (IEC) in Kabul vorlegen und veröffentlichen. Die IEC muss danach ein entsprechend angepasstes amtliches Endergebnis verkünden. Sie hat aber offen gelassen, wie viel Zeit sie sich dafür nehmen wird.
Nach dem Mitte September verkündeten vorläufigen Endergebnis hatte Karsai 54,6 Prozent der Stimmen und damit eine absolute Mehrheit bereits im ersten Wahlgang gewonnen. Abdullah folgte mit 27,8 Prozent.
Bei der Wahl war es nach Angaben der Vereinten Nationen zu massivem Betrug gekommen. Die meisten verdächtigen Stimmen waren von EU-Wahlbeobachtern Karsai angelastet worden. Die ECC überprüft die Vorwürfe stichprobenartig.
Befürchtet wird, dass sich an einer zweiten Wahlrunde wegen der schlechten Sicherheitslage und der Wahlmüdigkeit noch weniger Afghanen beteiligen als am 20. August. Damals lag die Wahlbeteiligung nach Angaben der IEC bei 38,7 Prozent.
Hinzu kommt, dass in Afghanistan der Winter bevorsteht: Eine Stichwahl müsste bereits im November stattfinden oder aber in den Frühling hinein verschoben werden. Dies sagte der Botschafter Afghanistans in den USA, Said Tajeb Dschawad, am Donnerstag. Der Botschafter - ein enger Vertrauter Karsais - bezeichnete eine Stichwahl als "wahrscheinliches Szenario".

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