Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

ARCHIV - Air Berlin hat einen Insolvenzantrag gestellt. Hauptaktionär Etihad hat den Geldhahn zugedreht. Die zweitgrösste Airline Deutschlands fliegt mit einem Notkredit der Regierung weiter. (KEYSTONE/DPA/Ralf Hirschberger)

Keystone/dpa-Zentralbild/Z1018/_Ralf Hirschberger

(sda-ats)

Air Berlin ist pleite. Die zweitgrösste deutsche Fluggesellschaft stellte am Dienstag mitten in der deutschen Ferienzeit einen Insolvenzantrag, nachdem der Grossaktionär und Geldgeber Etihad Airways ihr den Geldhahn zugedreht hatte.

Der Flugbetrieb werde aber fortgeführt, teilte die krisengeschüttelte Fluggesellschaft mit. Alle gebuchten Tickets bleiben gültig. Die deutsche Regierung stellt für den Flugbetrieb einen Übergangskredit in Höhe von 150 Millionen Euro zur Verfügung.

Nachdem Hauptaktionär Etihad erklärt habe, keine weitere finanzielle Unterstützung zur Verfügung zu stellen, sei man "zu dem Ergebnis gekommen, dass für Air Berlin keine positive Prognose für ein Fortbestehen mehr besteht", schreibt Air Berlin.

Vor diesem Hintergrund stellte die Fluggesellschaft beim zuständigen Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Bei dieser Variante des Insolvenzverfahrens führt das Management das Unternehmen weiter.

Seit Jahren Verluste eingeflogen

Air Berlin fliegt seit Jahren Defizite ein. 2016 lag der Verlust bei 780 Millionen Euro. Die Lage verschärfte sich Ende März mit der Umstellung auf den Sommerflugplan. Flugausfälle und Verspätungen häuften sich danach.

Etihad könne kein weiteres Geld bereitstellen, erklärte die Airline aus Abu Dhabi am Dienstag. Diese Entwicklung sei äusserst enttäuschend für alle Beteiligten, vor allem da Etihad in den letzten sechs Jahren weitreichende finanzielle Unterstützung für Air Berlin während früherer Liquiditätskrisen und für deren Sanierungsbemühungen gewährt habe.

Erst im April habe Etihad weitere 250 Millionen Euro zugeschossen. Laut Etihad hat sich das Geschäft von Air Berlin jedoch in einer beispiellosen Geschwindigkeit verschlechtert. Als Minderheitsaktionär könne Etihad kein weiteres Geld zuschiessen und das eigene Risiko erhöhen. Die Fluggesellschaft war 2011 bei Air Berlin eingestiegen und hält knapp 30 Prozent an der Airline.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Air Berlin, die seit Bestehen der Airline eine hervorragende Arbeit geleistet hätten, sei die Nachricht ein Schock, teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit mit. Etihad lasse Air Berlin fallen wie eine heisse Kartoffel, obwohl neue Investoren Interesse signalisiert hätten.

Verkaufsverhandlungen laufen

Ziel des Insolvenzverfahrens ist es laut Air Berlin, "die bereits eingeleitete Restrukturierung fortzuführen". Unterstützung erhält die Fluggesellschaft dabei auch von der Lufthansa, die am Kauf von Teilen der Gruppe interessiert ist. Lufthansa beabsichtigt nach eigenen Angaben, die Verhandlungen zu einem schnellen und positiven Ergebnis zu führen.

Air Berlin erklärte, dass die Verkaufsverhandlungen mit Lufthansa und weiteren Partnern "weit fortgeschritten" seien und "erfolgsversprechend" verlaufen würden. Die Verhandlungen könnten zeitnah finalisiert werden.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS