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Air France baut trotz Mitarbeiter-Protesten 2900 Jobs ab

Wütende Air-France-Mitarbeiter haben am Montag Beratungen der Konzernführung mit dem Betriebsrat über einen weitreichenden Stellenabbau gestürmt. Dabei kam es zu Übergriffen auf Topmanager der Fluggesellschaft. Am Stellenabbau hält Air France dennoch fest.

Bilder von Nachrichtenagenturen und Fernsehaufnahmen zeigen, wie Personalchef Xavier Broseta einen Weg durch die aufgebrachte Menge suchte. Sein Hemd war zerrissen. Auch der Vizedirektor für das Langstreckengeschäft, Pierre Plissonnier, wurde angegriffen.

Das Treffen am Air-France-Sitz am Flughafen Charles-de-Gaulle bei Paris wurde abgebrochen. Die Manager hatten zusammen mit Air-France-Chef Frédéric Gagey dem Betriebsrat die Sparpläne des Konzerns erläutert. Gagey hatte den Raum aber bereits verlassen, bevor die Mitarbeiter mit Spruchbändern und Fahnen etwa eine Stunde nach Beginn hereinstürmten.

Air France kündigte an, gerichtlich gegen den Angriff auf die Manager vorzugehen. "Diese Gewalt ging von besonders brutalen Einzelpersonen aus, während der Protest der Belegschaft bis dahin ruhig verlief", sagte ein Sprecher des französisch-niederländischen Mutterkonzerns Air France-KLM. Die Beratungen mit dem Betriebsrat sollten am Montag nicht mehr fortgesetzt werden.

Abbau von bis zu 2900 Stellen

Im Dauerstreit mit den Piloten hat Air France mit dem Abbau von 2900 Stellen gedroht und diese Zahl erst auf dem Treffen gegenüber Gewerkschaftern und schliesslich auch in einer Mitteilung bestätigt. Es sollen 300 Piloten-Stellen wegfallen sowie 900 Arbeitsplätze von Flugbegleitern. Das Bodenpersonal soll um 1700 Arbeitsplätze verringert werden.

Gleichzeitig solle die Langstreckenflotte bis 2017 um 14 Flugzeuge auf 93 Jets schrumpfen. Eine der Massnahmen sei, Airbus-Flugzeuge vom Typ A340, die ausgemustert werden, nicht wie geplant durch neue Boeing-787-Jets zu ersetzen.

Die Fluggesellschaft steht unter hartem Konkurrenzdruck. Auf den europäischen Routen setzen ihr Billigflieger zu, auf den Langstrecken arabische Wettbewerber.

Mit dem Sparplan "Perform 2020" wollte die Fluggesellschaft wieder wettbewerbsfähiger werden, Verhandlungen mit den Gewerkschaften scheiterten aber. Vergangene Woche gab der Verwaltungsrat des Konzerns daher grünes Licht für einen alternativen Sparplan.

Air France setzt nicht mehr nur auf das freiwillige Ausscheiden von Mitarbeitern, sondern schliesst auch Entlassungen nicht aus. Gespart werden soll zudem im Langstreckennetz: Gagey sagte am Montag vor den Gewerkschaftsvertretern, 2016 sollten fünf Flugzeuge aus der Langstreckenflotte abgezogen werden, 2017 dann neun weitere. Bei 22 Verbindungen soll die Zahl der angebotenen Flüge reduziert werden.

Streiks angedroht

Im Streit mit der Konzernführung hatten drei Gewerkschaften für Montag zu Streiks aufgerufen. Air France erwartete aber keine grösseren Behinderung: Die Fluggesellschaft wollte keine Flüge streichen und rechnete lediglich mit Verspätungen.

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