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Der russische Investor Viktor Vekselberg bleibt beim Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach vorerst aussen vor. Beim Machtkampf, der an der Generalversammlung am Freitag entschieden wurde, hat sich der Verwaltungsrat mit seinen Vorschlägen durchgesetzt.

Die GV-Entscheide fielen allerdings knapp, dank der Hilfe der Publikumsaktionäre und dank eines Gerichtsurteils. Nichtsdestotrotz bleibt Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Zehnder damit im Amt. Zudem wird das Kapital um 330 Mio. Fr. erhöht.

Das der schweizerisch-deutsche Konzern einen Mittelzufluss braucht, war im Vorfeld der GV unbestritten. Strittig war lediglich, wie hoch dieser sein muss. Die Hauptaktionärin Schmolz + Bickenbach GmbH & Co KG, welche die Interessen der Erben der Gründerfamilie vertritt, hatte eine Erhöhung des Kapitals um 434 Mio. Fr. gefordert.

Weil sie sich dieses Vorhaben nicht alleine leisten könnte, holte sie die Beteiligungsgesellschaft Renova des russischen Investors Viktor Vekselberg ins Boot. "Hinter unserem Rücken", wie Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Zehnder an der Generalversammlung betonte. Zahlreiche Publikumsaktionäre ergriffen daraufhin das Wort und stellten sich auf die Seite des Verwaltungsrats.

Auf der Suche nach Vertrauen

Man wolle Vertrauen, Ruhe und Kontinuität, sagte während der GV in Emmenbrücke einer der Aktionäre, der selbst im Konzern angestellt ist. Andere Redner unterstellten der Hauptaktionärin und Renova Gier, welche die Substanz des Unternehmens zerstören würde.

Oliver Thum, Geschäftsführer der Schmolz+Bickenbach GmbH & Co KG, warb vergeblich für seine Anliegen: "Als grösste Aktionärin verfolgen wir die gleichen Ziele wie Sie: Dem Unternehmen soll es endlich wieder gut gehen", sagte er zu den zahlreich erschienen Aktionären.

Doch die Kleinaktionäre im Saal monierten, dass sie erst seit ein paar Tagen überhaupt von der Hauptaktionärin beachtet würden. Diese hätte sich wohl erst dann für sie interessiert, als die Erben der Firmengründer zur Kenntnis nehmen mussten, dass ihr Stimmenanteil nicht voll zum Tragen kommen werde, sagte eine Aktionärin.

Knappe Resultate

Das Zürcher Handelsgericht hatte zu Beginn der Woche entschieden, dass die Hauptaktionärin nur mit rund der Hälfte ihrer Stimmen stimmen darf. Dies, weil die andere Hälfte an einen Aktionärsbindungsvertrag mit dem zweitgrössten Aktionär gebunden ist. Dieser hat sich aber auf die Seite des Verwaltungsrats gestellt und sein Vetorecht ausgespielt.

Hätten die Hauptaktionärin ihre volle Stimmkraft von rund 40 Prozent einbringen können, wären die Entscheide wohl anders herausgekommen. "Es waren knappe Entscheidung, das sind wir uns bewusst", sagte Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Zehnder im Anschluss an die Generalversammlung vor Journalisten. Er betrachte den Ausgang als Kreditvorschuss, den er erfüllen wolle.

Wie die Zusammenarbeit mit den unterlegenen Aktionären weiter gehe, ist offen. Die Anwältin der Hauptaktionärin gab wegen der Stimmrechtsbeschränkung durch das Gericht jedenfalls "formellen Einspruch" zu Protokoll.

Kooperation erhofft - Décharge verweigert

Der Verwaltungsrat erhofft sich jedenfalls Kooperation, wie er vor den Medien sagte. Immerhin wurden zwei von vier vorgeschlagenen Mitglieder des Hauptaktionärs neu in den Verwaltungsrat gewählt. Keine Chancen hatten Oliver Thum sowie Renova-Direktor Vladimir Kuznetsov, der am Freitag überraschend nachnominiert wurde.

Schmolz+Bickenbach steckt tief in den roten Zahlen und ist mit fast einer Milliarde Franken verschuldet. Zudem büsste das Unternehmen Reputation ein, weil Ende 2011 ans Licht kam, dass sich der damalige Verwaltungsratspräsident Michael Storm privat aus der Firmenkasse bedient hatte.

Sein Verfehlen wurden an der Generalversammlung am Freitag erneut von Kleinaktionären thematisiert und sich gefragt, ob Verwaltungsrat und Revisionsstelle nicht doch Kenntnis von den Bezügen hatten. Dem Verwaltungsrat wurde die Décharge verweigert, hingegen wurde die operative Konzernleitung entlastet.

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SDA-ATS