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Nach Angaben von Aktivisten sind Kämpfer der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) erstmals ins Zentrum der nordsyrischen Kurden-Stadt Kobane vorgerückt. Die IS-Kämpfer hätten das Kulturzentrum von Kobane erobert und sich in der Stadtmitte festgesetzt.

Das teilte die in London ansässige und der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die IS-Milizionäre seien vom Osten aus in der Stadt vorgerückt und kontrollierten nun die Hälfte der einstigen Kurden-Hochburg, erklärte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Andel Rahman.

Die Stadt an der Grenze zur Türkei wurde von drei schweren Explosionen erschüttert. Der Beobachtungsstelle zufolge handelte es sich um Autobomben, am Steuer der Autos hätten Selbstmordattentäter des IS gesessen.

Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien, deren Angaben sich oft nicht unmittelbar bestätigen lassen. Einem AFP-Reporter zufolge detonierten zwei der Autobomben im Norden der Stadt. Offenbar versuche der IS den letzten Fluchtweg aus Kobane zum türkischen Grenzübergang Mursitpinar zu erobern. Die Stadt wäre dann vollständig eingekesselt.

"Strategischer Rückzug" der irakischen Armee

Kämpfer der IS-Miliz drangen auch im Westen Iraks weiter vor und eroberten in der Stadt Hit eine strategisch wichtige Militärbasis, wie die unabhängige irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News berichtete.

Hit liegt knapp 150 Kilometer nordwestlich der irakischen Hauptstadt Bagdad und beherbergte einen der letzten Armeestützpunkte in der vom IS kontrollierten westirakischen Provinz Anbar. Die Regierungstruppen hätten einen "strategischen Rückzug" angetreten, hiess es.

Keine Einigung

Trotz des Vormarsches der Terrormiliz IS streiten die USA und die Türkei weiter über die Nutzung von Stützpunkten in dem NATO-Land. Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu, es gebe noch keine Einigung, dass die internationale Allianz die türkischen Stützpunkte für den Kampf gegen den IS nutzen könne.

Er dementierte damit Aussagen von Susan Rice, der Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama. Rice hatte im US-Fernsehen gesagt, die Regierung in Ankara habe zugestimmt, ihre Stützpunkte zur Verfügung zu stellen. Minister Cavusoglu bestätigte aber, dass es eine Einigung über die Ausbildung gemässigter syrischer Rebellen gebe.

Das Anti-IS-Bündnis will die Türkei seit längerem enger einbinden. Die Regierung in Ankara sträubt sich jedoch dagegen und pocht unter anderem auf ein gemeinsames Vorgehen, das sich auch gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad richtet.

Die Türkei spielt eine entscheidende Rolle, weil sie unmittelbar an Gebiete grenzt, die von den IS-Extremisten kontrolliert werden. Die Regierung in Ankara lehnt eine Bodenoffensive im Alleingang jedoch ab. Weder die USA noch die europäischen Staaten planen den Einsatz von Bodentruppen.

Hammond in Bagdad

Unterdessen reiste Grossbritanniens Aussenminister Philip Hammond nach Bagdad, um mit dem neuen irakischen Regierungschef Haider al-Abadi über den Kampf gegen die IS-Miliz zu sprechen. Er wolle über die Unterstützung für die irakische Regierung und die Notwendigkeit einer nationalen Aussöhnung diskutieren, teilte Hammond in Bagdad mit.

Grossbritannien beteiligt sich mit Luftangriffen am Kampf gegen die Terrormiliz und hat militärische Ausbilder in den Irak geschickt.

Am Montag und Dienstag sollte in den USA ein erstes Bündnistreffen für eine langfristige Strategie gegen den IS stattfinden. Zu der Konferenz hat US-Generalstabschef Martin Dempsey mehr als 20 Militärchefs eingeladen, unter anderem aus Grossbritannien, Frankreich und den Niederlanden.

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SDA-ATS