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Im Machtkonflikt in der Elfenbeinküste gehören schwere Menschenrechtsverletzungen auch drei Monate nach der Präsidentschaftswahl zur Tagesordnung. Amnesty International (AI) berichtete am Dienstag von sexueller Gewalt und willkürlichen Morden.

Sowohl die Anhänger des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo als auch die Parteigänger des von der internationalen Gemeinschaft unterstützten Alassane Ouattara seien für eine "Herrschaft des Terrors" verantwortlich, sagte eine AI-Sprecherin.

Frauen seien vor den Augen ihrer Kinder oder auf dem Weg zum Markt von Soldaten der gegnerischen Gruppen vergewaltigt worden. Andere Augenzeugen hätten Gesprächspartnern von AI von willkürlichen Morden berichtet.

"Die Aufmerksamkeit der Welt hat sich von dem Machtkonflikt weg bewegt, aber das Unrecht dauert an", sagte Gaetan Mootoo, der vier Wochen lang in dem westafrikanischen Staat Berichten über Menschenrechtsverletzungen nachgegangen war. So seien in Duekoué, etwa 500 Kilometer westlich der Hafenstadt Abidjan, hunderte Häuser niedergebrannt worden.

In dem Konflikt kamen bereits mindestens 250 Menschen ums Leben. Tausende Menschen flohen in den vergangenen drei Monaten in andere Landesteile oder ins benachbarte Liberia, wo nach Angaben der UNO bereits rund 70'000 Menschen Zuflucht suchten.

Die unabhängige Wahlkommission hatte Ende November Ouattara zum Sieger der Präsidentenwahlen erklärt. Der Leiter des Verfassungsgerichts, ein Parteifreund von Amtsinhaber Gbagbo, liess jedoch einen Teil der Stimmen annullieren und sprach Gbagbo den Wahlsieg zu.

Vermittlungsversuche der Afrikanischen Union (AU) und der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas blieben bisher vergeblich. Auch Sanktionen der EU und der USA konnten Gbagbo nicht dazu bewegen, die Macht zu übergeben.

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SDA-ATS