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Amnesty fordert Arabische Liga zum Einschreiten in Syrien auf

Syrische Panzer haben in Kiswa bei Damaskus einen Begräbniszug für vier Demonstranten verhindert, die von Sicherheitskräften getötet worden waren. Die Angehörigen mussten ihre Opfer am Samstag ohne die üblichen Trauerprozessionen auf dem Friedhof begraben, wie syrische Aktivisten berichteten.

Trauerzüge für getötete Demonstranten entwickeln sich in Syrien häufig zu machtvollen Protesten gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Am Freitag waren bei Anti-Assad-Kundgebungen im ganzen Land mindestens 20 Menschen getötet worden. Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden am Samstag mindestens vier Menschen getötet.

18 Panzer rückten am Samstag allein in Kiswa aus. Hunderte Soldaten setzten sich auch in der Vorstadt Barza fest. Die Behörden kappten dort auch die Internet- und Mobiltelefon-Verbindungen, berichteten Aktivisten.

Arabische Länder gefordert

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International rief die arabischen Länder auf, Druck auf Syrien auszuüben.

"Ich forderte die Liga der arabischen Staaten auf, viel entschiedener gegen die schockierenden Menschenrechtsverletzungen vorzugehen, die in Syrien stattfinden", erklärte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty am Samstag in Kairo nach einem Treffen mit dem scheidenden Generalsekretär der arabischen Regionalorganisation, Amr Mussa.

Amnesty fordere die Einschaltung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, hiess es in der Erklärung weiter.

Militäreinsatz ausgeweitet

Die syrische Armee weitete ihren Militäreinsatz im Norden des Landes nach Angaben von Menschenrechtlern am Samstag aus. Mit Panzern und Truppentransportern seien die Streitkräfte in das Dorf Al-Nadschia nahe der türkischen Grenze eingedrungen, sagte der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

Das Vorrücken der Armee nach Al-Nadschia sei Teil der Offensive in der nordwestsyrischen Provinz Idleb, sagte Rahman. Das Dorf liegt zwischen der Hafenstadt Lattakia und der Protesthochburg Dschisr al-Schughur, die die Armee am 12. Juni eingenommen hatte. Darauf war ein Grossteil der 50'000 Einwohner geflohen.

Neue Flüchtlingswelle

Das brutale Vorgehen der syrischen Sicherheitskräfte löste eine neue Flüchtlingswelle aus. Rund 1600 Menschen flohen bis zum Samstag in die Türkei, etwa 1000 nach Libanon.

Dort kamen auch Menschen an, die am Freitag bei den Demonstrationen Iin der Stadt Homs verletzt worden waren. Sieben von ihnen wiesen Schusswunden in verschiedenen Körperteilen auf, berichteten libanesische Sicherheitskräfte am Grenzübergang Wadi Chalid.

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