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Im zentralafrikanischen Tschad werden weiterhin Kinder in den Krieg geschickt. Manche dieser Kindersoldaten werden laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) bereits im Alter von 13 Jahren in Kämpfen im Osttschad oder im Sudan eingesetzt.

"Die tschadische Regierung - und die im Osttschad kämpfenden tschadischen und sudanesischen Gruppen müssen die Rekrutierung von Kindern unter 18 Jahren sofort stoppen und alle Kinder aus ihren Reihen entlassen", forderte AI-Afrikadirektor Erwin van der Borght am Donnerstag.

Es sei ein Skandal, wenn Kinder und Jugendliche zum Kämpfen manipuliert würden. Für den Bericht anlässlich des Internationalen Tags der Kindersoldaten am 12. Februar wurden rund 40 ehemalige jugendliche Kämpfer zu ihren Erlebnissen befragt.

Gewalt und Armut als Gründe

Eine ganze Reihe dieser Kinder waren nicht wie in vielen anderen Konfliktregionen aus ihren Dörfern verschleppt worden, sondern hatten sich den Truppen angeschlossen, weil sie sich als Mitglied einer ethnischen Gruppe bedroht fühlten oder glaubten, so ihren Familien helfen zu können.

Mitunter war extreme Armut der Auslöser, die Familie zu verlassen und sich den Truppen anzuschliessen. "Bei uns gab es nie genug für alle. Ich wollte unsere Lage verbessern und meiner Familie und meiner Mutter helfen", erzählte etwa Azam, der sich mit 13 Jahren den Kämpfern anschloss.

Stammesälteste berichteten den AI-Interviewpartnern, dass vor allem in ethnisch geprägten Kämpfen manche Eltern ihren Söhnen rieten, sich rekrutieren zu lassen, da sie im Falle eines Überfalls fürchten, Jugendliche könnten "vorsorglich" getötet werden, um nicht eines Tages gegen die verfeindete Gruppe in den Kampf zu ziehen.

In diesem Fall, so meinen die Eltern, seien die Söhne bei einer bewaffneten Gruppe besser aufgehoben. Zudem gelten in vielen der Gemeinschaften im Osttschad 13-jährige bereits als Erwachsene.

Rekrutierung in Flüchtlingslagern

Besonders wird in dem AI-Bericht die Rekrutierung von Kindersoldaten in den Flüchtlingslagern des Osttschad kritisiert.

Derzeit leben dort rund eine halbe Million Flüchtlinge, die durch die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen aus ihren Dörfern vertrieben wurden oder aus der westsudanesischen Konfliktregion Darfur in das Nachbarland geflohen sind.

Als Werber setzen die Rebellengruppen häufig ihre eigenen Kindersoldaten ein, die mit Zigaretten und anderen Mangelwaren in die Lager geschickt werden, um Gleichaltrigen das Soldatenleben attraktiv erscheinen zu lassen.

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SDA-ATS