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Andy Evers ist bei den Alpinen im Speed-Bereich der Erfolgscoach schlechthin. Der Salzburger weckt auch in seiner aktuellen Funktion bei Swiss-Ski Hoffnungen und Begehrlichkeiten.

Bormio in den Wintern um die Jahrtausendwende. Die traditionelle Weltcup-Abfahrt auf der Piste Stelvio ist fest in österreichischer Hand. Die Fahrer des ÖSV feiern im Zwölf-Monats-Rhythmus Mehrfacherfolge. In den zwölf Abfahrten zwischen 1997 und 2006 gehen nicht weniger als 29 der 36 Podestplätze an Österreicher.

Die Bilanz ist Sinnbild für eine Dominanz, die über einen so grossen Zeitraum einzigartig ist im alpinen Weltcup. Die Siege von Hermann Maier, Andreas Schifferer, Hannes Trinkl und später dann vor allem von Michael Walchhofer - sie alle trugen die Handschrift eines Trainers: Andy Evers.

Irgendwann hatte jeder dieser Spitzenfahrer mit Evers zu tun. Die ganz grossen Geschichten schrieb der Salzburger indes als Privatcoach von Hermann Maier. Wann und wo der einstige Superstar der Szene auftrat, Evers, der wie Maier aus Flachau stammt, war stets an seiner Seite.

Dem ÖSV war Evers auch nach dem Rücktritt seines Jugendfreundes im Herbst 2009 treu geblieben. Erst 2012 nahm er eine neue Herausforderung im amerikanischen Skiverband an. Es sollte jener Lebensabschnitt folgen, in dem nicht mehr der Trainer, sondern der Privatmann Andy Evers im Mittelpunkt stand.

Gerichtssaal statt Rennpiste

Es war die Zeit, in der die Justiz Evers' Tagesablauf bestimmte. Es war die Zeit, in der er tief gefallen war und er seinen Job als Trainer von Bode Miller und Co. verloren hatte. Das Landgericht Salzburg hatte ihn wegen Geldwäscherei zu zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt. Vier Monate davon waren als unbedingte Strafe gesprochen worden, während 90 Tagen trug Evers eine Fussfessel.

Er war Mittäter in einem Fall, der primär in Österreich hohe Wellen schlug. Im Mittelpunkt der Affäre stand Evers frühere Lebensgefährtin, die in einem IT-Unternehmen gut 7 Millionen Euro veruntreut hatte. Er selber hatte 1,7 Millionen davon zur eigenen Bereicherung abgezweigt.

Evers spricht auch heute noch offen über die dunkle Phase seines Lebens. Naiv sei er gewesen, zu gutgläubig, sagt er. "Ich habe dafür mächtig einen auf den Deckel gekriegt". Tief war er gefallen, doch liegen zu bleiben war für ihn kein Thema. Er rappelte sich wieder hoch.

Nach einem Jahr als Trainer an der Skihandelsakademie Waidhofen in Niederösterreich wechselte er zum Liechtensteinischen Skiverband und kümmerte sich in den vergangenen zwei Wintern um Tina Weirather.

Keine Rivalität

Nun ist Andy Evers zurück in Bormio. Als Angestellter von Swiss-Ski, als Nachfolger seines im Frühjahr stillos entlassenen Landsmannes Sepp Brunner. Der Erfolgscoach aus dem Salzburgerland folgte im Schweizer Verband auf den Erfolgscoach aus der Steiermark. Ein bestandener Trainer musste gehen, ein Hoffnungsträger kam. Brunner steht mittlerweile in selber Funktion in Diensten des ÖSV.

Die Rochade bei Swiss-Ski hat bewirkt, dass Evers und Brunner zum ersten Mal in ihrer jahrzehntelangen Karriere im Skirennsport zur selben Zeit den gleichen Job verrichten. Der perfekte Nährboden für eine besondere Rivalität also. "Nein", versichern beide. "Davon kann keine Rede sein."

Vielmehr bringen sie ihre gegenseitige Achtung und den Respekt für den anderen zum Ausdruck. Ihr Fokus ist auf das eigene Team gerichtet, die Weiterentwicklung jedes einzelnen Fahrers steht für sie im Vordergrund. Da sehen beide in ihren Equipen Nachholbedarf.

Obwohl längst noch nicht alles nach Wunsch läuft, ist den beiden der Einstand bei ihren aktuellen Arbeitgebern gelungen. Brunners Team weist schon acht Podestplätze aus, errungen von vier verschiedenen Fahrern. Evers kann unter anderem den Sieg von Feuz in der ersten Abfahrt des Winters in Lake Louise vorweisen. Ihm reicht das aber nicht. "Die Breite in unserer Mannschaft fehlt noch. Zu viel ist gegenwärtig von Beat (Feuz) abhängig", sagt Evers.

Seine einstige ÖSV-Truppe zum Massstab zu nehmen, wäre natürlich vermessen. Im Stillen wird Evers ab und an aber an jene glorreichen Zeiten zurückdenken. Wer mag es ihm verdenken. Vor allem in diesen Tagen in Bormio.

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SDA-ATS