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Angeklagter im Basler Raserprozess hat Opfer-Auto "nie gesehen"

Am Basler Strafgericht hat der Prozess gegen den Verursacher des tödlichen Verkehrsunfalls im "Gundeli" im November 2008 begonnen. Der Angeklagte konnte sich an die Unfallfahrt kaum noch erinnern und sagte, er habe das andere Auto nie gesehen.

Vor Gericht steht ein heute 24-jähriger Schweizer wegen vorsätzlicher Tötung, mehrfacher versuchter vorsätzlicher Tötung und weiterer Delikte. Er lenkte das Auto, das am 29. November 2008 um 1 Uhr früh mit rund 100 Stundenkilometern seitlich in ein korrekt auf eine Kreuzung fahrendes Auto fuhr. Dabei kam ein Mann ums Leben.

An einen grossen Teil der schnellen Fahrt durch das nächtliche Basler Gundeldingerquartier kann sich der Angeklagte nicht erinnern. Warum er überhaupt losgefahren sei, wisse er nicht, sagte er dem Gericht. Der Eigentümer habe das Auto einem Bekannten zeigen wollen.

Deshalb hätten sie zu dritt die Discothek an der Heuwaage verlassen und sich zum in der Inneren Margarethenstrasse parkierten Wagen begeben. Sie hätten sich ins Auto gesetzt und geredet, und er habe das Autoradio eingeschaltet, erzählte der Angeklagte.

Plädoyers am Dienstag

Die Stimmung sei aufgedreht gewesen, er habe sich nach dem Konsum von Alkohol und Drogen überheblich gefühlt. Gemäss Anklageschrift betrug seine Blutalkoholkonzentration mindestens 0,62 Promille. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass er nicht mehr fahrtüchtig gewesen sei.

Den Vorwurf, mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren zu sein, bestritt er nicht. Er wisse aber nicht, warum er so schnell gefahren sei. Die Kreuzung, auf der es zur Kollision kam, habe er nicht gekannt. Das korrekt in die Verzweigung einfahrende Auto habe er nie gesehen, sagte der Angeklagte.

Der Prozess ist auf drei bis vier Tage angesetzt. Am Dienstag sind die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung mit ihren Plädoyers und Anträgen an der Reihe. Die Urteilsverkündung ist für Mittwochabend oder Donnerstagvormittag vorgesehen.

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