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Truppen der Armee Burkina Fasos im Zentrum Ouagadougous nahe der französischen Botschaft.

Keystone/AP/LUDIVINE LANIEPCE

(sda-ats)

In Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou haben Unbekannte am Freitag die Zentrale der Streitkräfte, die französische Botschaft und das französische Kulturinstitut angegriffen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gab es dabei rund 30 Tote.

Zwei von der Nachrichtenagentur AFP befragte Quellen sprachen von mindestens 28 getöteten Soldaten, eine weitere von "rund 30" Toten. Von den drei Quellen seien zwei französisch und die dritte aus Westafrika. Während eine der Quellen angab, dass die Opfer ausschliesslich Soldaten seien, erklärte eine zweite, dass auch Zivilisten ums Leben gekommen seien.

Aus burkinischen Regierungskreisen erfuhr die AFP, dass bei der Attacke gegen die französische Botschaft vier Angreifer getötet worden seien. Beim Angriff auf das Militärhauptquartier seien fünf Bewaffnete getötet worden. Die dortige Quelle sprach zudem von sieben toten Soldaten.

90 Personen seien bei den Attacken verletzt worden, sagte der Chef der Gesundheitsdienste der burkinischen Armee, Amado Kafando. Er wies darauf hin, dass die Opferzahl noch ansteigen könne.

Offenbar mehrere Detonationen

Am Freitagmorgen war im Regierungsviertel der Hauptstadt automatisches Feuer zu hören, etwa aus Maschinenpistolen, wie Reporter berichteten. Vom Gelände des Generalstabs der Streitkräfte stieg zudem schwarzer Rauch auf, der auf eine Detonation hindeutete.

Örtliche Medien sprachen von einer explodierten Autobombe. Auf dem Gelände waren Ambulanzen zu sehen. Sicherheitskräfte riegelten das Viertel weitgehend ab. Augenzeugen berichteten, nach der ersten grossen Explosion sei es zu weiteren kleinen Detonationen gekommen.

Augenzeugen hatten von fünf bewaffneten Männern berichtet, die im Zentrum der Stadt das Feuer auf Passanten eröffnet hätten und dann Richtung französische Botschaft gestürmt seien.

Der französische Botschafter für die Region, Jean-Marc Chataigner, sprach von einem Terrorangriff. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verfolge die Lage und werde ständig informiert, hiess es aus dem Élyséepalast. Das Aussenministerium habe sofort den Krisenstab einberufen, erklärte Minister Jean-Yves Le Drian.

Erinnerung an getötete Schweizer

Die frühere französische Kolonie Burkina Faso liegt in Westafrika und grenzt an die Sahelzone. Diese dient mit Al-Kaida oder der Organisation Islamischer Staat verbundenen Terrorgruppen als Rückzugsgebiet. In der Vergangenheit hatten Islamisten mehrfach Angriffe und Anschläge verübt.

Im vergangenen August wurden 19 Menschen getötet, darunter mehrere Ausländer, als ein Restaurant in Ouagadougou angegriffen wurde. Anfang 2016 waren ein Hotel und das Café "Cappuccino" von Dschihadisten angegriffen worden. 30 Menschen starben.

Unter den Getöteten waren auch zwei Schweizer aus dem Wallis: Der ehemalige PTT-Generaldirektor und frühere SP-Nationalrat Jean-Noël Rey sowie der ehemalige SP-Grossrat Georgie Lamon. Zu dieser Tat bekannte sich die Gruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi).

Eines der ärmsten Länder der Welt

Die Streitkräfte Burkina Fasos wollen sich an einer bis zu 5000 Mann starken neuen Anti-Terror-Truppe zur Bekämpfung radikaler Islamisten in der Sahelzone beteiligen. Das westafrikanische Land mit knapp 19 Millionen Einwohnern gehört einem Uno-Index zufolge zu den fünf ärmsten Ländern der Welt.

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt der Weltbank zufolge bei 60 Jahren. Fast jedes zehnte Kind stirbt noch vor Erreichen des fünften Geburtstags.

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SDA-ATS