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Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan droht dem Land eine Atomkatastrophe: Im AKW Fukushima ereignete sich am Samstag eine schwere Explosion, bei der Teile des Gebäudes einstürzten. Laut Medienberichten kam es zu einer Kernschmelze. Über die tatsächliche Lage gab es allerdings widersprüchliche Angaben.

Nach der Explosion in Fukushima hing über der Anlage eine Rauchwolke. Fernsehbilder zeigten eingestürzte Wände des kollabierten Reaktorgebäudes. Medien berichteten, es habe eine Kernschmelze in dem Werk gegeben. Eine unabhängige Bestätigung gab es dafür aber bislang nicht.

Allerdings erweiterten die Behörden den Evakuierungsradius um Fukushima von zehn auf 20 Kilometer. Bereits zuvor waren mehr als 50'000 Menschen aus dem Umkreis des Atomkraftwerks in Sicherheit gebracht worden.

Unklar ist, ob und wie viel Radioaktivität ausgetreten ist. Nach Angaben der Regierung ist keine erhöhte Strahlung im Umfeld des Reaktorgebäudes nachweisbar. Das Stahlgehäuse, das den Reaktor schütze, sei beim Einsturz der umgebenden Wände nicht beschädigt worden, sagte Regierungssprecher Yukio Edano.

Dagegen berichtet der japanische Fernsehsender NHK auf seiner Internetseite, in der Nähe des Blocks 1 von Fukushima seien am Samstag 1,015 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden. Diese Strahlendosis sei doppelt so hoch wie der Grenzwert, bei dem die Betreiber von Atomkraftwerken den Notfall erklären und die Regierung informieren müssen.

Die japanische Atomaufsicht stufte die Reaktor-Explosion als "Unfall" auf der internationalen Störfallskala ein. Der Vorfall werde in die Kategorie Nummer vier der von null bis sieben reichenden Skala eingeordnet, teilte die Behörde mit.

Hunderte Tote und Vermisste

Eineinhalb Tage nach dem schwersten Erdbeben in der Geschichte Japans wird damit gerechnet, dass mehr als 1800 Menschen ihr Leben verloren haben. Diese Zahl ergibt sich nach Meldungen der Nachrichtenagentur Kyodo vom Sonntagmorgen (Ortszeit) aus der bisher von der Polizei bestätigten Zahl von 687 Toten und der Zahl der Vermissten.

Allerdings wird erwartet, dass die Zahl der Todesopfer steigen wird - allein in der Ortschaft Minamisanriku in der Provinz Miyagi gab es von 9500 Menschen und damit von jedem zweiten Bewohner kein Lebenszeichen. Ausserdem werden laut Medienberichten vier Züge vermisst, die entlang der Küste verkehrten.

Schweres Nachbeben

Am Samstagmittag wurde das Land erneut von einem Erdstoss der Stärke 6,8 erschüttert. Wie die US-Erdbebenwarte mitteilte, lag das Epizentrum praktisch in der gleichen Gegend wie das Hauptbeben der Stärke 8,9.

Für Rettungseinsätze wurden 50'000 Soldaten in die Katastrophenregion entsandt, wie Ministerpräsident Naoto Kan erklärte. Ausserdem seien 190 Militärflugzeuge sowie 25 Schiffe in die von dem Erdbeben betroffenen Gebiete unterwegs.

"Die meisten Häuser an der Küstenlinie sind weggespült worden", erklärte Kan nach einem Helikopterflug über dem Erdbebengebiet. Der Tsunami habe sehr schwere Schäden verursacht, sagte er.

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SDA-ATS