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Penalty-Held dank einer SMS: Sions Keeper Anton Mitrjuschkin bekommt während dem Penaltyschiessen wertvolle Tipps von Torhüter-Trainer Marco Pascolo.

Der frühere Schweizer WM- und EM-Goalie Marco Pascolo sass oben auf der Tribüne des Stade de Tourbillon und schüttelte den Kopf. Viel zu früh hatte sich Anton Mitrjuschkin bei den ersten drei Luzerner Schüssen bewegt - und keine Chance gehabt. Deshalb griff Torhüter-Trainer Pascolo zum Handy und tippte eine Message für einen Sittener Betreuer auf dem Rasen. "Viel länger stehen bleiben", stand darin. Mitrjuschkin sollte also etwas Geduld haben und nicht bloss spekulieren. Der Betreuer gab die Message an den Torhüter weiter.

Und tatsächlich: Den vierten Luzerner Penalty von Markus Neumayr parierte Mitrjuschkin bereits, später auch den siebten und entscheidenden von Nicolas Haas. Es waren starke Paraden, denn die beiden Schüsse waren durchaus gut und platziert. Beide Male hielt Mitrjuschkin die Bälle in der von ihm aus gesehen rechten unteren Ecke. "Es hat uns mit diesen phantastischen Reflexen gerettet", sagte Präsident Christian Constantin später. Das präsidiale Lob ist auch fachlich wertvoll, schliesslich war Constantin früher selbst Nationalliga-Torhüter.

Dank Mitrjuschkins Paraden geht das Sittener Cup-Penalty-Märchen gegen den FC Luzern weiter. Und der Russe nimmt die Spur auf des erfolgreichsten Goalies in der Geschichte des FC Sion. Stephan Lehmann wurde in den Neunzigerjahren mit Sion zweimal Meister und viermal Cupsieger. Im letzten Spiel vor seinem Wechsel zum... FC Luzern bescherte er dem FC Sion im Cupfinal mit zwei Paraden im Penaltyschiessen den Sieg, gegen den... FC Luzern. Lehmann wehrte damals die Schüsse von Gürkan Sermeter und Agent Sawu ab.

Während der Name von Lehmann im (Fussball-)Wallis noch heute verehrt wird, ist ein anderer Sittener Penalty-Held fast vergessen. Nicolas Beney ebnete 2009 den Sittenern im Halbfinal in Luzern den Weg ins Endspiel. Unter Coach Christian Constantin, der damals mal wieder den Trainer entlassen hatte und für ein paar Spiele selbst an der Linie stand, parierte er die Schüsse von Paiva und Pacar.

Beney war allerdings nur Held für einen Abend. Schon im Final stand der nicht mehr im Tor. Er musste dem Ägypter Essam El-Hadary Platz machen. Solches wird Mitrjuschkin nicht widerfahren. Er ist im Wallis die unbestrittene Nummer 1. Und in diesen Wochen für die Fans ein Held; auch dank dem SMS von Marco Pascolo.

SDA-ATS

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