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Anwaltsverband zeichnet Dokfilm über European Kings Club aus

Hansjürg Zumstein vom Schweizer Fernsehen SF hat am Samstag in Luzern den Medienpreis des Schweizer Anwaltsverbandes (SAV) erhalten. Die mit 10'000 Franken dotierte Auszeichnung wurde ihm für den Dokumentarfilm "Habgier und die bösen Folgen" verliehen.

In dem Film thematisiert 54-jährige Hansjürg Zumstein, Redaktor Dokumentarfilme beim SF, die Verblendung habgieriger Menschen im Umfeld des European Kings Club (EKC). Der Filme, schreibt der SAV in einer Medienmitteilung, zeige eindrücklich, welchem Druck und welchen Bedrohungen untersuchende Justizpersonen ausgesetzt waren.

Der EKC hatte von Deutschland aus in den neunziger Jahren ein illegales Schneeballsystem aufgebaut. Jeder Teilnehmer konnte "Letters" zum Stückpreis von über 1400 Franken kaufen. Dabei wurden ihm Renditeversprechen von bis zu 70 Prozent gemacht.

1994 brach das System zusammen. Während sich die EKC-Gründer Damara Bertges und Hans Günther Spachtholz bereichert hatten, verloren unzählige Anleger - vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz - ihr Vermögen oder einen Teil davon. Die Verluste werden auf 1,6 Milliarden Franken geschätzt.

Ruf nach kritischerem Journalismus

Zumsteins Film sei mit Abstand die beste der für den SAV-Medienpreis eingereichten Arbeiten gewesen, sagte Martin Hofer in der Laudatio am Samstag. Insgesamt aber, so der ehemalige Chefredaktor des "SonntagsBlick" sei die Qualität der eingereichten Arbeiten enttäuschend gewesen.

Es habe Zeiten gegeben, da hätten sich Leute aus der Justiz über die Aufsässigkeit von Journalisten ärgern müssen, meinte Hofer. Nichts davon bei den anderen Arbeiten: "Brave Reportagen, brave Artikel, kaum etwas mit Tiefgang, schon gar nicht fundierte Kritik." Der SAV wünsche sich einen kritischeren Journalismus.

Der Medienpreis des SAV wurde zum zwölften Mal verliehen. Mit ihm soll die qualitativ hochstehende Berichterstattung über rechtliche Themen und die Information breiter Bevölkerungskreise über Wesen und Wert des schweizerischen Rechts gefördert werden. Über die Vergabe entscheidet eine Jury. Sie steht unter der Leitung von alt Nationalrat Franz Steinegger.

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