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Arzt in Lausanne wegen sexueller Übergriffe verurteilt

Das Strafgericht in Lausanne hat am Mittwoch einen 53-jährigen Arzt wegen Schändung zu zwei Jahren und fünf Tagen Gefängnis verurteilt. Davon muss der Mann neun Monate absitzen. Zwischen 1995 und 2007 missbrauchte er zwei Patientinnen, die beide in ihrer Kindheit vergewaltigt worden waren.

Die Freiheitsstrafe ist zudem von einem fünfjährigen Berufsverbot als Psychotherapeut begleitet. Mit der Strafe ging das Gericht über das vom Staatsanwalt geforderte Strafmass hinaus. Dieser hatte sechs Monate verlangt. Der Verteidiger plädierte hingegen auf Freispruch.

Die Richter sprachen von einem "schweren Fehlverhalten". Der Arzt habe die Situation seiner beiden Opfer ausgenutzt. Er habe sie von sich abhängig gemacht, in dem er sie von ihrem Umfeld isoliert und einer Gehirnwäsche unterzogen habe. Wie ein "Sektenchef" habe er sich verhalten.

Das Schlechte vertreiben

Nach einer zweijährigen Ausbildung in Psychiatrie hatte der Allgemeinpraktiker die beiden Frauen psychotherapeutisch behandelt. Um das "Schlechte aus ihren Körpern zu vertreiben", hatte er die Frauen im Genitalbereich berührt und war mit den Fingern und - bei einer der beiden Frauen - mit einem Gegenstand in sie eingedrungen.

Vor Gericht gab der Arzt die Übergriffe an den Frauen zu, beteuert aber, er habe sie damit therapieren wollen. Er rechnete vor, dass er bei seinen insgesamt rund 50'000 Patienten, die er in den letzten 26 Jahren behandelt hatte, nie jemanden sexuell belästigt habe. Deshalb bezeichnete der Arzt den Prozess als "exzessiv". Es habe ja schliesslich keine Toten gegeben, hatte er argumentiert.

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