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Erstmals seit Beginn der Protestwelle in Syrien Mitte März haben die Gegner von Präsident Baschar al-Assad Bedingungen für ein Ende der Demonstrationen genannt. Dieser ignorierte die Forderungen und schickte stattdessen Panzer und Infanterie in mehrere Städte des Landes.

Sicherheitskräfte riegelten nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten am Wochenende die Küstenstadt Banias ab und nahmen dort mehr als 200 Personen fest, darunter auch ein zehnjähriges Kind. Scharfschützen brachten sich in Stellung. Aktivisten zufolge wurden Stromleitungen, Kommunikationsverbindungen sowie die Wasserversorgung unterbrochen.

Sechs Menschen seien dabei ums Leben gekommen, erklärte ein Gewährsmann. Darunter waren vier Frauen, die nach Angaben der Opposition vor den Toren der Stadt öffentlich die Freilassung ihrer Angehörigen forderten.

Die Stadt ist "vom Rest der Welt abgeschnitten", sagte Rami Abdel Rahman, Chef des syrischen Beobachtungszentrums der Menschenrechte. Banias, eine der wichtigsten Städte für den syrischen Ölexport, ist eine der Hochburgen der Proteste gegen die Regierung.

Nach Daraa auch Homs

Das Militär belagerte seit Sonntag auch die Industriestadt Homs, wo es in jüngster Zeit fast täglich Proteste gegen Assad gab. Panzer seien in der Nacht in mehrere Viertel vorgerückt, in denen hauptsächlich Gegner des Präsidenten lebten, sagte ein Aktivist. Aus einigen Vierteln sei schweres Maschinengewehrfeuer zu hören gewesen. Ein zwölfjähriger Knabe sei getötet worden.

Auch in Tafas nahe Daraa im Süden des Landes rollten mindestens acht Panzer der syrischen Streitkräfte ein. Die Militäraktionen dienen der Absicherung von Polizei- und Geheimdienstoperationen zur Verhaftung und Verschleppung von Regimegegnern und zur Unterdrückung von neuen Protesten.

"Wir haben wirklich Angst, dass sich bei uns wiederholt, was in Daraa passiert ist", sagte ein Augenzeuge aus Banias. Dort hatte die Armee bereits vor rund zwei Wochen eingegriffen und Massenfestnahmen vorgenommen.

Forderungen auf Facebook

Die Opposition legte unterdessen erstmals einen Forderungskatalog vor. Darin werden ein Ende der Gewalt gegen die Demonstranten verlangt, politische Freiheit und demokratische Wahlen innerhalb von sechs Monaten, nicht aber der sofortige Rücktritt Assads.

Ihre Forderungen veröffentlichten die Oppositionellen auf der Facebook-Seite "Syrian Revolution 2011", die mangels einer freien Presse im Land als massgebendes Medium der Demokratiebewegung dient.

Seit Ausbruch der Unruhen vor sieben Wochen sind laut der syrischen Organisation Sawasiah mindestens 800 Zivilisten getötet worden. Nach dem Tod von gegen 30 Demonstranten am Freitag hatten die USA weitere Sanktionen gegen die syrische Regierung angedroht.

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SDA-ATS