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Zum zweiten Mal innert weniger Wochen haben syrische Regierungstruppen offenbar eine wichtige Rebellenhochburg unter ihre Kontrolle gebracht. Nach einmonatiger Belagerung vermeldete das Staatsfernsehen am Montag die Einnahme des Viertels Chaldije von Homs.

Das Quartier war seit September 2011 von den Aufständischen gehalten worden. Die Gegner des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, denen jetzt nur noch einige Altstadtviertel in ihrer einstigen Bastion Homs bleiben, räumten ihre Niederlage ein: 90 Prozent von Chaldije seien in den Händen der Streitkräfte, sagte ein Rebell.

Der syrischen Opposition und der internationalen Gemeinschaft machte er schwere Vorwürfe: "Sie haben die syrische Revolution einer politischen Lösung geopfert", wetterte er. Die Aufständischen werfen dem Westen seit langem vor, sie nicht mit Waffenlieferungen im Kampf gegen Assads hochgerüstete Armee und Luftwaffe zu unterstützen.

Derweil feierten Assads Anhänger ihren Erfolg in Homs, das wochenlang und nahezu täglich mit Kampfflugzeugen und Artilleriegeschützen beschossen worden war.

"Die Streitkräfte haben die Sicherheit und Stabilität in Chaldije wieder hergestellt", verkündete das Staats-TV. Ein Armeeoffizier kündigte an, "die Terroristen aus allen anderen Bezirken von Homs zu vertreiben" und anschliessend "ganz Syrien zu säubern".

Unterstützung von der Hisbollah

Homs kommt als drittgrösster Stadt des Landes eine strategische Schlüsselrolle zu. Es sichert die Verbindungsroute zwischen der Hauptstadt Damaskus und der Küste sowie Assads Machtbasis im alawitisch geprägten Hinterland.

"Wenn Homs komplett fällt, wird der Norden Syriens vom Süden abgeschnitten", fasste ein Rebell die Befürchtung seiner Mitstreiter zusammen, die Homs einst den Beinamen "Hauptstadt der Revolution" gegeben hatten.

Für Assads Truppen wäre die vollständige Einnahme ein weiterer wichtiger Schritt, nachdem sie Anfang Juni schon die von der Opposition kontrollierte Stadt Kusair zurückerobert hatten. Wie damals wurden die Streitkräfte auch bei der Belagerung von Homs durch Kämpfer der radikalislamischen Hisbollah-Miliz aus Libanon unterstützt.

Millionen Menschen auf der Flucht

Seit Beginn des Aufstands gegen Assad vor zwei Jahren sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 100'000 Menschen getötet worden und Millionen Syrer aus ihrer Heimat vertrieben worden. Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) appellierte daher an die EU-Staaten, vorerst 10'000 weitere Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen.

Sollte der Bürgerkrieg unvermindert weiter toben, müssten in den kommenden Monaten möglicherweise noch mehrere zehntausend Vertriebene zusätzlich in Sicherheit gebracht werden, sagte UNHCR-Sprecher Stefan Telöken am Montag.

Die Situation habe sich auch dadurch verschärft, dass "die Grenzen der Nachbarländer nicht mehr so offen sind, wie sie es über eine lange Zeit des Konfliktes waren". Mehr als 1,8 Millionen registrierte Flüchtlinge leben inzwischen in angrenzenden Staaten.

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SDA-ATS