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An der Spitze von Pharmaunternehmen sind Frauen besser vertreten als in typischen Frauenbranchen wie dem Detailhandel. Ein Beispiel dafür ist Rebecca Guntern Flückiger, Chefin von Sandoz Schweiz, Österreich und Belgien. (Archiv)

KEYSTONE/WALTER BIERI

(sda-ats)

Frauen machen heute auch in traditionellen Frauenbranchen viel seltener Karriere als Männer. Eine Umfrage zeigt, dass etwa im Detailhandel oder bei der Post ihre Chancen geringer sind, als in der Pharmaindustrie oder bei Versicherungen und Banken.

Bei den Banken in der Schweiz sind derzeit 38 Prozent der rund 38'000 Beschäftigten Frauen. Ungefähr 40 Prozent der Belegschaft der Grossbank UBS ist weiblich. Rund ein Viertel der Management-Funktionen werden von Frauen belegt. Die Bank spricht von einer respektablen Anzahl von Frauen in den obersten Gremien, nämlich 2 von 12 in der Geschäftsleitung. Im Board of Directors (BoD) seien vier von 11 Stellen mit Frauen besetzt.

Noch beliebter als Banken sind bei Frauen offensichtlich Versicherungen: Die Schweizer Versicherer beschäftigen 46'425 Personen in der Schweiz, davon 42 Prozent Frauen. Der Anteil der Frauen im Kader inklusive Direktion beträgt nach Angaben des Schweizerischen Versicherungsverbandes fast 34 Prozent. Der Anteil der Frauen in der Direktion liege bei 18 Prozent.

Karrierechancen in Pharmabranche

Frauen mit einer MINT-Ausbildung, die für eine Kaderfunktion in der Pharmabranche in vielen Bereichen relevant ist, sind nach Angaben von Novartis nicht breit gestreut. Die Ausgangslage für Frauen mit Ambitionen sind aber in der Pharmabranche bereits heute gut.

Der Frauenanteil bei Novartis in der Schweiz liegt bei rund 43 Prozent. Die Frauenförderung des Konzern zeigt Wirkung. Im Management sind rund ein Drittel der Stellen von Frauen besetzt. Laut Novartis lag der Frauenanteil hier vor zehn Jahren noch bei 26 Prozent und im Jahr 2000 bei 14 Prozent.

Noch besser sieht es im Kader beim Basler Konkurrenten Roche aus. Per Ende 2016 waren rund 40 Prozent der Beschäftigten in der Schweiz Frauen. Der Frauenanteil in Kaderpositionen liege in der selben Grössenordnung, heisst es beim Pharmakonzern. An die Spitze hat es etwa Rebecca Guntern Flückiger geschafft: Sie ist Chefin von Sandoz Schweiz, Österreich und Belgien.

In dieser Funktion sowie als Vize-Präsidentin der Organisation "Advance Women in Business" setzt sie sich stark für mehr Frauen in Führungspositionen ein. "Diversität muss Chefsache sein", sagt die Walliserin. Wichtig sei neben modernen Arbeitsmodellen und Mentoringprogrammen auch eine stete Überwachung der Fortschritte. Zwar sei der Frauenanteil in der Pharmabranche hoch, doch je weiter oben, desto dünner sei er auch hier.

Frauenbranchen

Dass eine Mehrheit von Frauen in einem Unternehmen noch lange nicht eine angemessene Vertretung im Kader garantiert, zeigt der Detailhandel als eigentliche Frauenbranche.

Bei den Grossverteilern Coop und Migros sind über 60 Prozent der Beschäftigten Frauen. Im unteren Management sind Frauen bei Coop Schweiz (Anteil: 44 Prozent) deutlich stärker vertreten als beim Migros Genossenschaftsbund (30 Prozent).

Kaum Unterschiede gibt es auf Stufe Direktion (mittleres und oberes Management). Laut Coop beträgt der Frauenanteil hier 17 Prozent, bei Migros sind es 16 Prozent. Ähnlich hoch wie bei den Grossverteilern ist der Frauenanteil mit 64 Prozent in den Schweizer Apotheken.

Als Vorzeigefrau gilt auch Post-Chefin Susanne Ruoff. Dennoch besteht gerade beim drittgrössten Arbeitgeber der Schweiz ein grosser Aufholbedarf bei der Frauenförderung. Zwar arbeiten bei der Post zurzeit gut 48 Prozent Frauen. Der Frauenanteil in Leitungsfunktionen beträgt aber nur knapp 24 Prozent. Im oberen und Top-Kader liegt er bei nur gut 12 Prozent.

In klassischen Männerbastionen haben Frauen in der Führungsetage immer noch und wohl auch in Zukunft wenig zu bestellen. Traditionell eher männerlastig sei die Milchindustrie, heisst es beim Milchverarbeiter Emmi. Rund ein Viertel der Belegschaft in der Schweiz sind Frauen. In der Konzernleitung beträgt der Frauenanteil knapp 13 Prozent.

Nachholbedarf auch bei der Swisscom

Ganz ähnlich sieht es bei der Swisscom aus. Per Ende 2016 beschäftigte der Telekomanbieter in der Schweiz knapp 27 Prozent Frauen. Eine Führungsfunktion hatten lediglich gut 12 Prozent. Swisscom erklärt dies mit dem generell niedrigen Frauenanteil in der Branche aufgrund der zahlreichen technisch orientierten Bereiche.

Erwartungsgemäss wenige Frauen gibt es generell in der Landwirtschaft, in der Wald- und Holzwirtschaft sowie in der Textilindustrie. Auch auf Schweizer Baustellen sind Frauen immer noch die Ausnahme. "In guten Jahren beträgt der Frauenanteil bei den Maurerlehrlingen 1 Prozent", heisst es beim Schweizerischen Baumeisterverband.

Da die klassische Karriere im Bau über eine Lehre führe, seien Frauen in Führungspositionen extrem selten. Die Ausnahmefälle sind laut dem Verband meist Quereinsteigerinnen oder interne Nachfolgerinnen in Familienunternehmen.

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SDA-ATS