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Nach den USA hat auch Interpol eine globale Warnung vor erhöhter Terrorgefahr herausgegeben. Als Grund nannte die internationale Kriminalpolizei-Organisation die Flucht hunderter Terroristen und anderer Krimineller, an der Al-Kaida beteiligt gewesen sein könnte.

Das Terrornetzwerk Al-Kaida werde verdächtigt, in Massenausbrüche mutmasslicher Extremisten unter anderem in Libyen, Pakistan und im Irak verwickelt zu sein, erklärte die internationale Polizeiorganisation am Samstag in Lyon. Interpol rief seine 190 Mitgliedsländer zur Zusammenarbeit auf, um "festzustellen, ob diese jüngsten Ereignisse koordiniert oder miteinander verbunden waren".

Nach Angaben von Interpol geht es um den Ausbruch aus Gefängnissen in insgesamt neun Ländern. Sollte ein "Terrorist auf der Flucht" in einem Land gesichtet werden, müssten die jeweiligen Herkunftsländer informiert werden, um mögliche weitere Terrorattacken zu verhindern, erklärte die Polizeiorganisation.

Mehrere Jahrestage

Am vergangenen Wochenende waren mehr als 1000 Häftlinge aus einem Gefängnis im libyschen Bengasi geflohen. Im Nordwesten Pakistans griffen schwerbewaffnete Taliban zwei Tage später ein Gefängnis an und befreiten rund 300 Häftlinge.

Interpol verwies in der Erklärung zudem darauf, dass im August zahlreiche Jahrestage "gewalttätiger Terrorangriffe" begangen würden, darunter Anschläge in Indien, Russland und Indonesien. Am 7. August 1998 waren ausserdem die US-Botschaften in Kenia und Tansania angegriffen worden; dabei wurden mehr als 200 Menschen getötet. Und dann jährt sich in fünf Wochen der 11. September zum zwölften Mal.

Gezielte Bedrohung

Die US-Regierung hatte bereits am Freitag vor möglichen Terrorangriffen von Al-Kaida und Verbündeten "vor allem im Nahen Osten und in Nordafrika" im Monat August gewarnt. Washington erliess deshalb eine globale Reisewarnung.

Aus Sicherheitsgründen sollten am Sonntag rund 20 US-Botschaften in der ganzen Welt geschlossen bleiben, darunter in Afghanistan, Bangladesch und Israel. US-Generalstabschef Martin Dempsey sagte dem Fernsehsender ABC News, Ziel der möglichen Anschläge seien "die Interessen des Westens, nicht nur der USA".

Es liege eine Bedrohung vor, die "spezifischer" sei als in früheren Fällen. Auch der republikanische Abgeordnete Peter King sagte, die aktuelle Bedrohung sei "spezifischer als jede andere, die ich in den vergangenen zehn Jahren gesehen habe".

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf US-Regierungskreise, die Warnung vor Anschlägen beruhe auf abgefangener elektronischer Kommunikation zwischen Anführern des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Westliche Reaktionen

Die Botschaften Deutschlands und Grossbritanniens im Jemen bleiben am Sonntag und Montag ebenfalls geschlossen. Auch das französische Aussenministerium kündigte am Samstag an, dass seine Botschaft in Sanaa an diesen zwei Tagen nicht öffnen werde. Grund dafür seien "ernstzunehmende Informationen über Bedrohungen". Die Schweiz passte nach einer Lageanalyse die Sicherheitsdispositive ebenfalls an, wie beim Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zu erfahren war.

Das britische Aussenministerium begründete die vorübergehende Schliessung seiner Botschaft in Sanaa und den Abzug eines Teils des Personals auch mit der Sicherheitslage zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan in der kommenden Woche.

Im Jemen ist die Gruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel aktiv. Die USA töten in dem Land immer wieder mutmassliche Al-Kaida-Extremisten mit Drohnen. Diese gezielten Tötungen sind umstritten, da immer wieder Zivilisten Opfer sind.

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SDA-ATS