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Auch Migros spürt die Krise - Umsatz bleibt auf Vorjahresniveau

Dieser Inhalt wurde am 27. Dezember 2009 - 11:11 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Auch die Migros spürt die Krise. Das Weihnachtsgeschäft blieb hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Und auch im Gesamtjahr macht der Grossverteiler kaum mehr Umsatz. Schuld sind sinkende Preise - und die "Preisdrückerei" der Konkurrenz aus Deutschland, sagt Migros-Chef Herbert Bolliger.
"Die Preisdrückerei in Deutschland schwappt auf die Schweiz über", sagt Bolliger im Interview mit der Zeitung "Sonntag". "Das ist eine ungesunde Entwicklung, die auch hierzulande volkswirtschaftliche Probleme verursacht."
Bolliger greift in dem Interview die deutschen Harddiscounter Aldi und Lidl scharf an. "Die Besitzer von Aldi und Lidl werden immer reicher und drücken auf Kosten der Produzenten und Mitarbeiter permanent die Preise", sagt der Migros-Chef.
"Der volkswirtschaftliche Schaden ist enorm, der brutale Preiskampf vernichtet ganze Existenzen." Die Harddiscounter drückten die Preise bei den falschen Produkten. Bei den Milchbauern werde der letzte Cent rausgewürgt, damit der Milchpreis nochmals gesenkt werden könne.
Eine gefährliche Spirale sei auch bei den Löhnen im Gang, wo in Deutschland Leiharbeiter zu einem Stundenlohn von 7 Euro eingestellt würden. Am Schluss müssten die Steuerzahler die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger zahlen.
Angesichts dieses Drucks aus dem Ausland bleibe Migros keine andere Wahl, als die Preise ebenfalls zu senken. Die verkauften Mengen seien zwar höher, die Preise aber im Schnitt viel günstiger als letztes Jahr.
Für das kommende Jahr stellt Bolliger einen Umsatz im Detailhandel auf dem Niveau von 2009 in Aussicht. Einen generellen Stellenabbau schliesst Bolliger aus, doch werde die Zahl der Mitarbeitenden im Konzern zurückgehen. Der Abbau soll aber über die natürliche Fluktuation abgewickelt werden.

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