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Die Situation für den Güterverkehr auf der Nord-Süd-Achse bleibt nach dem Felssturz auf der Gotthardlinie angespannt. Eine Lastwagenschwemme auf der Strasse ist bisher ausgeblieben. Im Güterschienenverkehr stabilisiert sich die Situation.

Gemäss SBB können neu 135 statt 115 Güterzüge über die Simplon-Achse geleitet werden. "Damit kann diese Achse nun 40 Prozent des Güterverkehrs der Gotthardachse übernehmen", sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Die SBB nutzt jede Möglichkeit, um dem Güterverkehr mehr Kapazität einräumen. So werden im Autoverlad durch den Simplon unter der Woche je die erste Verbindung am Morgen und die letzte am Abend aufgehoben. Zusätzlich wurde der Güterbahnhof in Basel als Pufferzone für Züge aus dem Ausland eingerichtet.

Die SBB ist im Güterverkehr zudem von der Tag-zu-Tag-Planung zur fixen Planung übergegangen. Den Güterverkehrsunternehmen wurden einzelne Trassen fix zugeteilt. "Dies gibt den Güterunternehmen eine Planungssicherheit", sagte Ginsig. Da jedoch die Fahrpläne ohne jegliche Zeitreserve kalkuliert seien, könne es im Personenverkehr zu Verspätungen kommen, warnte er.

Die zusätzlichen Kapazitäten erlauben es der HUPAC, einer Anbieterin von kombiniertem Verkehr, 50 statt lediglich 30 Prozent ihres Angebots im Transitgüterverkehr aufrecht zu erhalten, wie Sprecherin Irmtraut Tonndorf auf Anfrage erklärte.

Zollengpässe aufgehoben

Auch der Engpass bei der Zollabwicklung im Tessin konnte behoben werden, wie Ruedi Rytz, Leiter der Geschäftsstelle Transport beim Bundesamt für Wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) auf Anfrage erklärte. Diese sei nun sieben Tage und 24 Stunden möglich.

Das BWL hat zusammen mit den Bundesämtern für Strassen (ASTRA) und Verkehr (BAV) eine Arbeitsgruppe einberufen, welche die Situation am Gotthard "ganz nah" beobachtet. Aufgabe ist es, Massnahmen zu erarbeiten, die im Notfall greifen sollen.

Rytz ist überzeugt, dass die bereits getroffenen Massnahmen, etwa die kürzere Nachtsperre des Gotthardstrassentunnels oder die zusätzlichen Trassen am Simplon, derzeit genügen. Die Entwicklung auf der Strasse sei "vom weiteren Verhalten der Spediteure" abhängig.

Unsichere Fuhrhalter

Hier scheint die Verunsicherung gross zu sein. "Ich beobachte grosse Unsicherheiten und egoistische Probleme bei Transporteuren, die ins Tessin fahren wollen", sagte Michael Gehrken, Direktor des Nutzfahrzeugverbandes (ASTAG) auf Anfrage. Der Verband erhalte von Mitgliedern oft die Frage, wie sie sich nach dem Felssturz in Gurtnellen UR verhalten sollen.

SDA-ATS