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Diesmal soll es Rico Peter richten. Der 34-jährige Aargauer ist im Weltcup, der am Donnerstag in Lake Placid beginnt, und bei Olympia die grosse (und fast einzige) Schweizer Bob-Hoffnung.

In der letzten Saison machte Rico Peter die Wachablösung im Schweizer Bobsport endgültig perfekt. Dafür verantwortlich ist gleichermassen die Personalschwäche von Beat Hefti, der seit dem Abgang von Alex Baumann über keine konkurrenzfähigen Anschieber mehr verfügt, als auch die Stärke Peters, der sich vor allem mit dem Viererbob in der absoluten Weltspitze etabliert hat. Im vorletzten Winter gewann der gelernte Landschaftsgärtner aus Kölliken WM-Bronze mit dem grossen Schlitten, in der letzten Saison belegte er im Weltcup den 2. Gesamtrang.

Dem grossen Ziel Olympia-Medaille ordnete Peter alles unter. So arbeitete er im Sommer nicht wie zuvor als Lastwagen-Chauffeur, sondern mutierte vorübergehend zum Vollprofi. Und vergangene Woche reiste er nochmals nach Pyeongchang für eine Trainingswoche, nachdem er die Bahn bereits bei der Weltcup-Premiere im März bestens im Griff gehabt und Platz 2 belegt hatte. Der deutsche Cheftrainer René Spies stellte jedenfalls fest, dass Peter "sehr stark" unterwegs gewesen sei. Die Olympischen Spiele in Südkorea stehen zum Abschluss der Saison im Februar im Programm.

Der Auftakt erfolgt wie im Vorjahr in Übersee, am Donnerstag (Zweier) und Freitag (Vierer) in Lake Placid. Auch an diesen Ort hat Peter sehr gute Erinnerungen. Vor Jahresfrist feierte er auf der äusserst anspruchsvollen Olympiabahn von 1980 seinen dritten Weltcupsieg, erstaunlicherweise den ersten mit dem grossen Schlitten. Danach folgen die Rennen in Park City und Whistler, wo Peter im letzten Jahr zweimal den 2. Platz belegte.

Die Olympia-Qualifikation dürfte für den Aargauer damit lediglich eine Formsache sein. Dafür benötigt er zwei 8. Plätze. Er ist im Vierer stärker einzustufen, weil er athletisch gegenüber den Allerbesten am Start Defizite aufweist, die sich bei nur einem Anschieber weniger gut kaschieren lassen. Zudem bezeichnet Peter seinen vom Schweizer Cheftrainer Wolfgang Stampfer entwickelten Viererbob als "bestes Material" überhaupt.

Peters Team ist praktisch unverändert, einzig der Niederländer Janne Bror van der Zijde, der bei Olympia nicht startberechtigt wäre, wurde durch Rückkehrer Fabio Badraun ersetzt. Ein Vorteil für Peter dürfte sein, dass er in Sotschi bereits einmal Olympialuft schnuppern konnte (10. Platz).

Heftis schwierige Ausgangslage

Damals gewann Beat Hefti zusammen mit Baumann, der nun bei Peter anschiebt, die Silbermedaille. Nun muss aber für den bald 40-jährigen Appenzeller viel zusammenpassen, damit er nur schon zum fünften Mal an Olympischen Spielen dabei sein kann. Trotz intensiver Bemühungen um die Rekrutierung neuer Anschieber ist Hefti am Start nicht konkurrenzfähig. Die Zeit für die Entwicklung war einfach zu knapp. Die verlangten 8. Plätze sind ein hohes Ziel; im letzten Winter kam er nie über Rang 11 hinaus. Zudem sitzt ihm Clemens Bracher im Nacken. Zwar wird Hefti die Rennen in Übersee bestreiten (in Lake Placid nur im Zweier), doch beim Start in Europa in Winterberg im Dezember erhält der Berner seine Chance. Danach wird aufgrund der Resultate entschieden, wer zu weiteren Einsätzen im Weltcup kommt.

Hauptgegner für Peter im Kampf um Podestplätze dürften wie üblich die Deutschen sein. Auf der Olympia-Bahn in Pyeongchang überzeugte vor Jahresfrist allerdings der Russe Alexander Kasjanow am meisten, der vor Peter auch die Gesamtwertung im Vierer gewann. In Übersee traditionell stark sind die Kanadier und die Amerikaner. Letztere müssen aber ohne ihr Aushängeschild Steven Holcomb auskommen, der im Mai auf tragische Weise ums Leben gekommen ist.

Bei den Frauen ist Sabina Hafner in Übersee die einzige Schweizer Vertreterin. Podestplätze dürften für die Baselbieterin kaum drinliegen, Klassierungen in den ersten zehn sind aber möglich. Im Dezember in Winterberg und Innsbruck erhält auch Martina Fontanive Startgelegenheiten.

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