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Aufwändige Wiederansiedlung des Waldrapps

Dieser Inhalt wurde am 17. April 2012 - 15:58 publiziert
(Keystone-SDA)

Der Waldrapp, ein in Europa ausgestorbener Ibis, soll in der Schweiz wieder heimisch werden. Dies ist aber nur möglich, wenn die in Gefangenschaft aufgezogenen Zugvögeln lernen, im Herbst über die Alpen in die Winterquartiere im Süden zu fliegen.

Der österreichische Biologe und Zoologe Johannes Fritz hat am Dienstag im Natur- und Tierpark Goldau sein 2002 gestartetes Waldrapp-Projekt vorgestellt. Der Waldrapp könnte auch in der Schweiz wieder ansässig werden, teilte der Tierpark mit.

Der Waldrapp lebt trotz seines Namens nicht im Wald. Ein roter, kahler Kopf mit einem langen gebogenen Schnabel sowie verlängerte Nackenfedern geben dem schwarzgefiederten Vogel ein markantes Aussehen. Freilebend kommt er nur noch in Marokko und Syrien vor. Diese Bestände von etwa 220 erwachsenen Tieren seien gefährdet, schreibt der Tierpark. Deshalb seien Wiederansiedlungen nötig.

Das Problem ist, dass die in Gefangenschaft aufgewachsenen Vögel nicht wissen, dass sie im Herbst ihr Brutgebiet verlassen und in ihr Wintergebiet im Süden fliegen müssen. Der Mensch muss ihnen deshalb das Zugverhalten wieder beibringen.

Miniflugzeug als Lotse

Das Team von Johannes Fritz setzt dazu Ultraleicht-Fluggeräte ein. Die Jungvögel werden von menschlichen Ersatzeltern aufgezogen und folgen den Bezugspersonen, wenn diese mit dem Miniflugzeug in den Süden fliegen.

In sieben Flügen führte Fritz und sein Team in den letzten Jahren total 81 handaufgezogene Waldrappe aus Bayern und Salzburg in ein Schutzgebiet in der Toskana. Im letzten Jahr kehrten vier Waldrappe wieder zurück in ihr Brutgebiet in Bayern und flogen im Herbst erneut in den Süden.

Viele Waldrappe kommen in Freiheit ums Leben. Ort und Zeitraum der Verluste legten nahe, dass die Tiere vor allem durch illegalen Abschuss in Italien umgekommen seien, schreibt der Tierpark.

Der Waldrapp war bis ins 17. Jahrhundert ein häufiger Gast in der Schweiz. Er nistete etwa in den Stadtmauern von Zürich oder beim Kloster Mariastein in der Nähe von Basel. Zum Verhängnis wurde dem geselligen Vogel, dass das Fleisch der Jungtiere vor allem beim Adel als Leckerbissen beliebt war.

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