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Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist im Bundeshaus mit herzlichem Applaus empfangen worden. Bevor sie via Zürich nach Oslo reiste, besuchte sie die Berner Altstadt.

Begrüsst wurde Suu Kyi im Nationalratssaal von den Präsidenten und Vizepräsidenten des National- und des Ständerates. Während zwei Minuten habe sie eine "Standing ovation" durch die zahlreich erschienenen Parlamentarier erhalten, sagte der Sprecher der Parlamentsdienste, Mark Stucki. Auch die Zuschauertribüne sei voll besetzt gewesen.

Nationalratspräsident Hansjörg Walter habe ihr im Namen des Parlaments eine gute Fortsetzung der Reise in der Schweiz und in Europa gewünscht. Vor dem Bundeshaus wurde sie von Zuschauern - Schweizer und Burmesen - beklatscht. Nach einem kurzen Besuch in der Berner Altstadt und dem Rosengarten reiste Suu Kyi am Mittag nach Zürich weiter.

Der Politikerin schien es am Freitag wieder besser zu gehen. An einer Medienkonferenz am Vorabend hatte sie einen Schwächeanfall erlitten und musste ein Abendessen mit Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, Aussenminister Didier Burkhalter und Justizministerin Simonetta Sommaruga absagen.

"Sie ist in Form und hat gut geschlafen", erklärte der Informationschef des Aussendepartementes, Jean-Marc Crevoisier, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda vor Beginn des zweiten Besuchstages in Europa. Noch habe sie ein wenig Kopfschmerzen, sagte ein Mitglied ihrer Delegation.

Eine Entdeckungsreise

In einem Interview mit dem Westschweizer Fernsehen sprach Suu Kyi über ihre Eindrücke, die sie am frühen Morgen vor dem Empfang im Parlament gesammelt hatte. Sie habe ein noch schlafendes Bern gesehen und dabei realisiert, dass diese Reise auch ein Wiederentdecken von Empfindungen sei, die sie verloren habe, als das Regime sie in eine streng überwachte Villa eingesperrt hatte. Erst im November 2010 wurde sie aus diesem Hausarrest entlassen.

Erfreut zeigte sich die Politikerin über die geplante Eröffnung einer Schweizer Botschaft in Burma. Das sei gut für beide Länder, sagte sie im Interview weiter.

SDA-ATS