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Nach mehr als einjähriger Haft hat Ägypten den australischen Al-Dschasira-Reporter Peter Greste in sein Heimatland abgeschoben. Dies habe das Präsidialamt angeordnet, sagte ein Vertreter des Innenministeriums in Kairo der Nachrichtenagentur AFP.

Sicherheitskräfte am Flughafen von Kairo berichteten am Sonntag, eine Maschine mit dem Journalisten an Bord sei Richtung Zypern gestartet.

Der Reporter war im Dezember 2013 festgenommen und im Juni vergangenen Jahres gemeinsam mit zwei weiteren Al-Dschasira-Mitarbeitern wegen angeblicher Unterstützung der islamistischen Muslimbruderschaft verurteilt worden. Das Urteil war international scharf kritisiert worden.

Der Fernsehsender Al Dschasira begrüsste Grestes Freilassung. Gleichzeitig erklärte der amtierende Al-Dschasira-Chef Mostefa Suag, er werde nicht ruhen, bis auch Grestes noch inhaftierte Berufskollegen Baher Mohammed und Mohammed Fahmi frei seien.

Mit seiner Abschiebung profitiert Greste von einem im November von Präsident Fattah al-Sisi erlassenen Dekret, wonach inhaftierte Ausländer abgeschoben werden dürfen, um ihre Haftstrafen in ihrem Heimatland abzusitzen.

Die ägyptischen Behörden warfen den Reportern vor, heimlich und ohne Akkreditierung gearbeitet haben. Kairo betrachtet Al-Dschasira als Sprachrohr der Regierung in Katar, wo der Sender seinen Sitz hat.

Kairo wirft Katar vor, die Muslimbrüder zu unterstützen. Die Bewegung selbst wurde in Ägypten nach dem Sturz des aus der Muslimbruderschaft hervorgegangenen Präsidenten Mohammed Mursi als Terrororganisation eingestuft und verboten.

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SDA-ATS