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Der Uno-Sonderbeauftragte für Folter, der Schweizer Nils Melzer, bewarb sich als Uno-Kommissar für Menschenrechte. (Archivbild)

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

(sda-ats)

Der Zürcher Völkerrechtsexperte Nils Melzer unterlag mit seiner Kandidatur: Chiles frühere Präsidentin Michelle Bachelet soll neue Uno-Kommissarin für Menschenrechte werden. Uno-Generalsekretär António Guterres kündigte die Personalie am Mittwoch an.

Die Personalie muss noch von der Uno-Vollversammlung bestätigt werden. Bachelet würde auf den Jordanier Zeid Ra'ad Al Hussein folgen, der den Posten am 31. August abgibt. Guterres hatte zuvor keinen Hehl daraus gemacht, dass er eine Frau bevorzugen würde.

Bachelet war Chiles erste Präsidentin und regierte für zwei Amtszeiten 2006 bis 2010 sowie 2014 bis 2018 als Staatsoberhaupt. Von 2010 bis 2013 leitete sie die Behörde Uno Women, die sich mit Themen rund um Gleichstellung und die Rechte von Frauen weltweit befasst. Die Sozialistin hatte die chilenische Präsidentschaft im März an ihren Nachfolger Sebastián Piñera für dessen zweite Amtszeit abgegeben.

Schweizer plädierte für Kurswechsel

Zeid hat in der Vergangenheit deutliche Kritik an Staatsoberhäuptern geäussert, darunter US-Präsident Donald Trump und der philippinische Präsident Rodrigo Duterte. Auch ranghöchste Politiker dürften von Kritik beim Thema Menschenrechte nicht verschont bleiben, hatte Zeid vergangene Woche mit Blick auf seine Nachfolge gesagt.

Der Schweizer Nils Melzer ist seit fast zwei Jahren Uno-Sonderbeauftragter für Folter. Er hatte seine Kandidatur vor zwei Wochen über den Kurzmitteilungsdienst Twitter bekannt gemacht und war der Erste. Er hatte sich dabei klar gegen die Politik des Bisherigen und für einen einvernehmlicheren Kurs ausgesprochen.

Der nächste Hochkommissar sei mit beispiellosen Herausforderungen konfrontiert, erklärte Melzer damals. Er müsse verstehen, dass es bei der Verteidigung der Menschenrechte nicht darum gehe, Regierungen zu attackieren und anderen Schuld oder Fehler zuzuweisen.

Weitere Namen im Umlauf

Neben Bachelet und Melzer waren noch weitere Namen im Umlauf. Dazu gehörte unter anderem die frühere Generaldirektorin der Unesco, Irina Bokova, die ehemalige Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, die Argentinierin Silvia Fernandez de Gurmendi oder der Uno-Sonderberater zur Verhütung von Genozid, Adama Dieng.

Melzer hatte während zwölf Jahren beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in verschiedenen Krisenregionen gearbeitet, als Delegierter, Vize-Missionschef und Rechtsberater. Neben seinem Uno-Mandat hält er einen Lehrstuhl für humanitäres Völkerrecht an der Universität Glasgow und lehrt an der Genfer Akademie für humanitäres Völkerrecht und Menschenrechte in Genf.

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