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Mit der Partie der 17. Runde zwischen Aufsteiger Freiburg und Meister Bayern München startet am Freitag die Bundesliga in die zweite Saisonhälfte. Die Bayern streben den fünften Titel in Folge an.

In Doha haben sich die Münchner Bayern abgeschottet. Vom politisch problematischen Umfeld bekam die Equipe wenig mit. Priorität hatten die erstklassigen Rasenflächen und nicht die Arbeitsbedingungen der Menschen im Land der übernächsten WM-Endrunde. Die Belegschaft von Carlo Ancelotti sollte sich primär mit dem eigenen Aufgabenbereich befassen. Mehr Souveränität, bessere Spiele, der fünfte Titelgewinn und eine erfolgreiche Champions-League-Kampagne sind die Stichworte.

Der zweite Teil der Meisterschaft soll rasch einmal die Erkenntnis bringen, dass RB Leipzig zwar ein unbequemer, aber eben doch kein wirklich gefährlicher Herausforderer ist. Wie ernst der FCB seinen derzeit einzigen seriösen Konkurrenten nimmt, ist schwierig einzuschätzen. Die Marge ist mit drei Punkten zwar knapp bemessen, aber das 3:0 im Direktduell kurz vor Weihnachten offenbarte die tatsächlichen Unterschiede beim Hubraum der beiden Klubs. Und die übrigen Konkurrenten, unter ihnen die personell immer wieder dezimierten Dortmunder, liegen neun und mehr Punkte zurück.

Understatement und klare BVB-Ansage

In der von einem Milliardär finanzierten Energydrink-Zentrale halten sie den Ball bewusst flach. Gegen aussen hin zumindest wird Demut gepredigt. Noch sei die Entwicklung nicht abgeschlossen, sie würden derzeit erst rund 80 Prozent der Möglichkeiten ausschöpfen, betonte der Leipziger Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff. Der "Kicker" veröffentlichte Mintzlaffs Unterstatement so: "Bayern liegt Lichtjahre entfernt von uns. Das betrifft nicht nur den Sport, sondern den Verein in allen Bereichen."

Ähnlich äussern sich die Vertreter von Hertha Berlin (3.), Eintracht Frankfurt (4.) und der TSG Hoffenheim (5.), die als einzige Mannschaft von den europäischen Top-5-Ligen nach wie vor ungeschlagen ist. Farbe bekennen indes die für ihre Verhältnisse tief abgesackten Schwarzgelben. Borussia Dortmund will so schnell wie möglich wieder auf einen direkten Champions-League-Platz vorrücken, Trainer Thomas Tuchel strebt ein sofortiges Comeback an der Spitze an: "Wir haben viel vor."

Das Feld der Enttäuschten und Wolfsburg

Das Feld der Enttäuschten ist grösser als auch schon. Bayer Leverkusen (9.) steckt in der dritten Saison unter Trainer Roger Schmidt erstmals ernsthaft im Mittelfeld fest. Schalke (11.), wie Bayer eigentlich im Höchstlohnsektor operierend, ist ebenfalls deutlich unter den Erwartungen positioniert. Mit der Bayern-Leihgabe Holger Badstuber will S04-Coach Markus Weinzierl die Probleme in der eigenen Zone eindämmen.

Captain Diego Benaglio hat in Wolfsburg (13.) schon alles erlebt: eine Meisterfeier, eine Champions-League-Viertelfinalqualifikation, einen Cupsieg, den Abstiegskampf - und eine vorübergehende Degradierung zur Nummer 2. Den Kopf verlor er deswegen nie. Am Zürcher Goalie könnten sich jene orientieren, die Mühe bekunden, sich vollumfänglich mit dem VfL zu identifizieren. Von einem Problemfall hat sich der Verein verabschiedet: Paris Saint-Germain übernahm Weltmeister Julien Draxler für 42 Millionen Euro, 70 Prozent davon investierten die "Wölfe" umgehend in motivierteres Personal.

Der tiefe Fall von Mönchengladbach

Den tiefsten Fall aller im vergangenen August hoch gehandelten Vereine hat Mönchengladbach (14.) hinter sich. Die Borussia mit dem Schweizer Quartett Yann Sommer, Nico Elvedi, Josip Drmic und Djibril Sow ist so schlecht klassiert wie seit sechs Jahren nicht mehr. Nach zwei Champions-League-Teilnahmen in Folge droht der totale Absturz. Innerhalb der letzten elf Bundesliga-Spieltage resultierte nur ein Sieg. Die Bilanz kostete André Schubert den Trainerjob, Dieter Hecking soll der neue Hoffnungsträger sein - jener Mann also, der in Wolfsburg im Herbst seinerseits in die Sackgasse geraten war und beim VfL als nicht krisenresistent genug eingestuft wurde.

Hamburg ist keine Perle

Neue Entscheidungsträger, alte Probleme: Hamburg ist bekannt als Bundesliga-Dino, im sportlichen Kernbereich ist die Stadt aber auch in dieser Spielzeit keine Perle. Die Elbphilharmonie gilt als neues kulturelles Wahrzeichen der Hanseaten, ihr HSV (16.) hingegen bleibt ein Flickwerk. Heribert Bruchhagen, der 68-jährige Rheinländer Berufsfunktionär, hat im Dezember den Vorsitz der Fussball-Abteilung übernommen. Er kann durchaus mit schwierigen Fällen umgehen; Bruchhagen stand während 13 Saisons der Eintracht Frankfurt vor.

SDA-ATS

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