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Mehr Skitage, weniger Medikamente: Fit wie lange nicht mehr startet Beat Feuz in Lake Louise in die Weltcupsaison. Den Tod von David Poisson hat er indes noch nicht aus dem Kopf, wie er einräumt.

Beat Feuz, dem Vernehmen nach sind Sie gut gerüstet für den Olympiawinter.

"Ja, es ist in der Vorbereitung mehr oder weniger alles nach Plan verlaufen. Ich bin mehr Ski gefahren, als dies in anderen Jahren der Fall war. Aber eine Garantie für einen guten Winter ist das nicht."

Mehr Ski gefahren im Vergleich zu anderen Jahren, aber immer noch weniger im Vergleich zu anderen Athleten?

"Nach Tagen gezählt wohl nicht extrem viel weniger, obwohl ich auch diesbezüglich Abstriche machen muss. Vor allem die Umfänge innerhalb eines Tages muss ich reduzierter gestalten im Vergleich mit einem Fahrer, der nicht so viele Verletzungen hatte. Aber damit habe ich mich inzwischen abgefunden. Klar, die vielen Eingriffe (u.a. 12 am linken Knie - die Red.) hinterlassen Spuren. Ich muss die Belastung ein bisschen dosieren, aber mit der Entwicklung der letzten zwei, drei Jahre kann ich zufrieden sein. Meinem Knie geht es relativ gut zurzeit."

So gut wie lange nicht mehr?

"Kann man so sagen. Trotzdem muss ich gut aufpassen. Es ging schon letztes Jahr recht gut, aber jetzt mag es noch etwas mehr leiden. Kam ich vor einem Jahr in der Vorbereitung auf 20 Skitage, sind es nun zum gleichen Zeitpunkt schon 30. Ich muss auch weniger Medikamente nehmen."

Was haben Sie für ein Verhältnis zu Medikamenten?

"Leider kenne ich mich in gewissen Sparten mittlerweile sehr gut aus. Medikamente waren nach den Verletzungen ein ständiger Begleiter. Ich bin froh, konnte ich die Mengen in den letzten Jahren ein bisschen reduzieren. Das ist auch gut für den Körper. Medikamente helfen zwar in gewissen Punkten, schwächen den Körper aber auch. Das wirkt sich im Winter auch auf das Immunsystem aus."

Sind Rennen ohne Medikamente möglich?

"Mittlerweile schon. Ich fuhr auch letzte Saison ein paar Rennen ohne, war aber zwischendurch immer wieder darauf angewiesen. Nun bin ich zuversichtlich, dass ich in diesem Winter noch weniger benötige."

Sie waren in den Trainings sehr schnell. Mit welchen Zielen steigen Sie in die Olympiasaison?

"Vor den ersten Rennen ist es immer schwierig abzuschätzen, wo man steht. Ich konnte gut trainieren und fühle mich gut, aber der internationale Vergleich fehlt im Moment noch. Teamintern sind zwei, drei von uns gut drauf, und ich hoffe, ich bin einer davon. Rennen sind aber noch einmal etwas ganz anderes, darum gilt es die ersten abzuwarten. Meine Hoffnung und mein Ziel ist, dass ich ganz vorne mitmischen kann."

An Olympischen Spielen war Ihnen das Glück bisher nicht hold. 2010 in Vancouver waren Sie nach einer langen Verletzungspause nicht dabei, 2014 in Sotschi liess der Körper keine Spitzenplatzierungen zu. Was ist das Vorhaben im Februar in Südkorea?

"Eine Medaille ist schon ein Ziel, aber das ist kein einfaches Unterfangen. Ich bin jetzt gut drauf, und wenn es mir wie im Vorjahr gelingt, die Form bis Januar/Februar weiter zu steigern, werden wir sehen, was dabei herauspringt."

Sie sind jetzt 30, im besten Abfahrer-Alter. Wie viele Jahre auf höchstem Niveau trauen Sie sich noch zu?

"Das hängt natürlich von den Verletzungen ab. Wenn ich fit bleibe, rechne ich damit, dass ich noch ein paar Jahre fahren kann. Zwei, drei Jahre plane ich fix ein, danach werde ich von Saison zu Saison schauen."

Das Risiko, dem sich die Speedfahrer aussetzen, wurde mit dem tödlichen Unfall von David Poisson an jenem Hang, an dem auch das Schweizer Team trainierte, wieder einmal auf grausame Art aufgezeigt.

"Das ist keine einfache Situation für alle von uns. Es ist das Schrecklichste, was passieren kann, eine ganz andere Dimension als ein verletztes Knie, vor allem für die Angehörigen und das französische Team. Da schicken die Eltern ihren Sohn oder die Frau ihren Mann nach Kanada, um ein paar Rennen zu bestreiten, und dann kehrt dieser nicht mehr heim - schrecklich. Und trotzdem müssen wir Athleten vorwärts schauen."

Wie gelingt es, diese Gedanken und die Gefahren im Rennen und im Training auszublenden?

"Die ersten Tage waren nicht einfach, das Geschehene sehr präsent. Jeder Athlet musste für sich einen Weg finden, damit umzugehen. Die einen wollten schnellstmöglich wieder auf Ski stehen, um es zu verarbeiten, die anderen brauchten eine Pause, um Abstand zu gewinnen. Ich selber hatte am Anfang etwas Mühe, kann es mittlerweile aber ausblenden, wenn ich Ski fahre - auch dank vielen Gesprächen. In Momenten wie diesen merkt man, dass wir Skifahrer eine grosse Familie sind und zusammenstehen."

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SDA-ATS