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Beflügelte Tina Weirather

Tina Weirather steigt beflügelt in den Olympia-Winter. Das Hoch liegt nicht nur am gelungenen Markenwechsel und der problemlos verlaufenen Trainer-Rochade.

Sie spricht im Vorfeld des Weltcup-Riesenslaloms am Samstag in Sölden von innerer Zufriedenheit, von gestärkter Motivation, noch grösserer Lust und Freude an ihrem Beruf und davon, an Lockerheit dazugewonnen zu haben. Es sind ausnahmslos erfreuliche Folgen des vergangenen Winters für Tina Weirather, in dem sie mit dem Gewinn der WM-Silbermedaille und der Weltcup-Kugel im Super-G zwei ihrer allergrössten Ziele erreicht hat.

Sie spricht auch vom "riesigen Stein, der mir vom Herzen gefallen ist", vom Bann, "den ich nun endlich gebrochen habe". Es sind nachvollziehbare Worte einer Fahrerin, der Olympische Spiele und Weltmeisterschaften zuvor nie Glück gebracht haben, der schwere Verletzungen im Vorfeld von oder während Grossanlässen einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.

"Diese Medaille wollte ich unbedingt"

"Gerade vom Kopf her waren das zwei meiner grössten Leistungen", blickt Tina Weirather zurück. "Diese Medaille in St. Moritz wollte ich unbedingt. Ich habe sie gewinnen müssen, nachdem ich in drei der vier vorangegangenen Weltcup-Super-G unter die ersten drei gefahren war." Unbedingt siegen musste sie auch den Super-G beim Saisonfinale im letzten März in Aspen, um den Traum, die Saison im Disziplinen-Weltcup als Nummer 1 zu beenden, Realität werden zu lassen.

Das Umsetzen der Vorgaben zeugt von immenser mentaler Stärke. Es sind Fakten, die Tina Weirather in ihre sportliche Zukunft mitnehmen wird. Sie hat bewiesen, den selbst auferlegten Druck in positive Energie umwandeln zu können. Sie weiss nunmehr um ihre Fähigkeit, auch unter enormer Belastung Bestleistungen abrufen zu können.

Tina Weirather sieht sich nicht nur mental, sondern auch aus sportlicher Warte auf gutem Weg. Der Materialwechsel ist bisher in ihrem Sinne verlaufen, auch wenn da und dort noch Anpassungen an die unterschiedlichen Schneebeschaffenheiten nötig sind. Bei der zuständigen Belegschaft ihres neuen Ausrüsters Head fühlt sie sich seit Beginn der Zusammenarbeit im Frühjahr wohl. "Die Firma hat mir extrem geholfen, Entscheide zu treffen. Bei einem Markenwechsel ist es umso wichtiger, erfahrene Leute um sich zu haben. Das Vertrauen meinerseits war auf jeden Fall von Anfang an da."

Cooler "Charly"

Auf Vertrauen basiert selbstredend auch die Arbeit mit ihrem neuen Coach, dem Österreicher Karlheinz "Charly" Pichler, dem Nachfolger seines Landsmanns Andi Evers, der nun als Speed-Trainer im Schweizer Männer-Team tätig ist. "Wir haben uns sofort gut verstanden." Pichler finde immer die richtigen Worte, wenn er ihre Fahrten analysiere und zur Korrektur ansetze. "Zudem bleibt er in jeder Situation cool. Egal, was kommt", sagt Tina Weirather. Das sei gut für sie. Sie selber sei bezüglich innerer Ruhe manchmal an ihre Grenzen gestossen, ihr Nervenkostüm sei nicht immer das beste gewesen.

Gute Nerven wird Tina Weirather im Besonderen im Hinblick auf ihre Einsätze im Riesenslalom brauchen, zumal es in dieser Disziplin zuletzt nicht nach Wunsch gelaufen ist. Die Konstanz fehlte. "Es gibt Tage, an denen es sehr gut geht, und dann wieder solche, an denen ich mich sehr schwer tue." Sie führt das auf die noch nicht optimale Grundabstimmung zurück. "Wenn es in dieser Hinsicht passt, werden auch die Ergebnisse wieder besser."

Ob das schon beim traditionellen Prolog in Sölden der Fall sein wird, weiss Tina Weirather nicht. Aus der Ruhe bringt sie diese Ungewissheit nicht. Zu gross sind innere Zufriedenheit und die Lust und Freude am Skifahren. WM-Silber und Super-G-Weltcup sei Dank.

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